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Was ist ein Zuchttier - eine Zucht? Ein Blick in das
TierZG, das sich zwar mit Rindern, Pferden, Schweinen, Ziegen und
Schafen beschäftigt, gibt uns in vielen Bereichen interessante
Auskünfte.
TierZG (Tierzuchtgesetz)
Vom 27.12.2006
Zu finden beim Bundesministerium für Justiz:
http://www.gesetze-im-internet.de/tierzg_2006/
Das Gesetz verwendet Begriffsbestimmungen, die auch auf die
Katzenzucht übertragen werden können:
§ 2 Begriffsbestimmungen
"Im Sinne dieses Gesetzes sind
11. Zuchttier:
a) ein Tier, das in einem Zuchtbuch eingetragen ist (eingetragenes
Zuchttier),
b) ein Tier, das selbst in der Hauptabteilung eines Zuchtbuches
eingetragen ist oder vermerkt ist und dort eingetragen werden kann
(reinrassiges Zuchttier), oder
c) ein Tier, das in einem Zuchtregister eingetragen ist (registriertes
Zuchttier);"
Diese Definition könnte auch für die Zuchtkatzen und Zuchtkater in
der Katzenzucht gelten und bedeutet, dass die Katzen in einem
Zuchtbuch registriert sind oder registriert werden können.
Wie 'reinrassig' für Rassenkreuzungen, die bei Katzen vorkommen, zu
verstehen ist, bedarf einer Interpretation.
Einige Überlegungen dazu:
 | Alle Organisationen führen ein Zuchtbuch. Die Regeln, wie die
Eintragungen erfolgen sind oft unterschiedlich. Allen Organisationen
gemeinsam ist jedoch, dass nur mit registrierten Tieren gezüchtet
werden soll. Ausnahmen bilden Novizen bei manchen Organisationen. |
 | Gilt die Kreuzung zwischen Perser und Exotic als nicht
reinrassig? Dies gilt es näher zu hinterfragen. |
 | Was als Rassenkreuzung anzusehen ist und eventuell nicht
reinrassig sein könnte, ist die Kreuzung zwischen American Curl und
Hauskatzen, die zur Erweiterung des Genpools durchaus üblich ist.
Ähnliches kann für Scottish Fold gelten, die nur mit Britisch
Kurzhaar gekreuzt werden, um die Strukturprobleme zu minimieren. |
 | Was genauer zu definieren ist, ist der Begriff der 'Rasse',
den jedoch etliche Organisationen nicht definiert haben. |
§ 2 Begriffsbestimmungen
"Im Sinne dieses Gesetzes sind
1. Zuchtorganisation: eine Züchtervereinigung oder ein
Zuchtunternehmen;
2. Züchtervereinigung: ein körperschaftlicher Zusammenschluss
von Züchtern zur Förderung der Tierzucht, der ein Zuchtbuch oder ein
Zuchtregister führt und ein Zuchtprogramm durchführt;"
Einige Überlegungen dazu:
 | Jede Katzenorganisation hat in ihrer Präambel bzw. in den ersten
Paragraphen stehen, dass sie die Zucht von Katzen nach bestimmten
Kriterien fördert und ein Zuchtbuch führt. |
 | Mit dem Zuchtprogramm ist es so eine Sache. Ob diverse
Regelungen zum Thema Novizen, Rassenkreuzungen, etc. als
Zuchtprogramm gelten, sei dahingestellt.
Meist wird das Zuchtprogramm dem Züchter überlassen, mit gewissen
Einschränkungen. |
§ 2 Begriffsbestimmungen
"Im Sinne dieses Gesetzes sind
4. Zuchtbuch: ein von einer anerkannten Züchtervereinigung
geführtes Buch der Zuchttiere eines Reinzuchtprogramms zu ihrer
Identifizierung und zum Nachweis ihrer Abstammung und ihrer
Leistungen;
5. Zuchtregister: ein von einer anerkannten Zuchtorganisation
geführtes Register der Zuchttiere eines Kreuzungszuchtprogramms in der
Schweinezucht zu deren Identifizierung und zum Nachweis ihrer
Herkunft;"
Einige Überlegungen dazu:
 | Das Gesetz spricht in Ziffer (4) von Reinzucht. Was ist damit
gemeint? |
 | Ebenso wird hier vom Nachweis von Leistungen gesprochen. Nun,
welche Leistungen Rassekatzen vollbringen, ist offen. |
 | Das Gesetz unterscheidet zwischen Zuchtbuch und Zuchtregister,
wobei 'Zuchtregister' im Zusammenhang mit Hybrid-Schweinen verwendet
wird.
Nun gibt es Vereine, die sog. Registrierungskarten anstelle von
Stammbäumen ausstellen. |
§ 2 Begriffsbestimmungen
"Im Sinne dieses Gesetzes sind
12. Zuchtbescheinigung: eine Urkunde, die mindestens Angaben
über die Abstammung und Leistung eines eingetragenen oder reinrassigen
Zuchttieres enthält und zusätzlich Angaben zu deren Samen, Eizellen
oder Embryonen enthalten kann;
13. Herkunftsbescheinigung: eine Urkunde, die mindestens
Angaben über die Herkunft von registrierten Zuchttieren in der
Kreuzungszucht enthält und zusätzlich Angaben zu deren Samen, Eizellen
oder Embryonen enthalten kann;"
Einige Überlegungen dazu:
 | In Ziffer (12) enthält eine Zuchtbescheinigung Angaben über
Abstammung - das wären die Elterntiere - und Angaben über die
Leistung. Sucht man nach dem Wort Leistung, so kommt dieses in
Zusammenhang mit Leistungsprüfung vor. Die Leistungsprüfung ist in
EU-Richtlinien, auf die im Gesetz verwiesen wird, geregelt. Für
Katzen ist es jedoch schwierig, was als Leistung zu verstehen ist.
Die einzige messbare Leistung wäre die Anzahl der Nachkommen. |
 | Was als Urkunde zu verstehen ist, ist zu definieren. In Frage
kämen der Stammbaum, aber auch das Transfer, das von vielen Vereinen
bestätigt wird, wo auch in der Regel die Elterntiere vermerkt sind. |
 | Ob die Herkunftsbescheinigung, die in Zusammenhang mit der
Kreuzungszucht steht, auf Katzen zutreffen kann, ist noch genauer zu
hinterfragen. |
 | Es werden bei Katzen auch Tiere in Zuchtbüchern registriert, die
lediglich eine Herkunftsbescheinigung besitzen. Vergleiche dazu z.B.
Sokoke, Türkisch Van oder Türkisch Angora, wenn sie aus den
entsprechenden Ländern importiert werden. Ob dieser Begriff der
Herkunftsbescheinigung auf den im Gesetz verwendeten Begriff
übertragen werden kann, bedarf einer Interpretation. |

Was finden wir zum Thema Zucht bei den Katzenorganisationen?
Die Zucht- und Registrierungsregeln der FIFe beginnen sofort in
den Anfangskapiteln mit
Verboten und Geboten für bestimmte Rassen.
2.6 Spezielle Einschränkungen und Registrierungsregeln für einige
Rassen
Farben, Mustern oder Felllängen, die spezifisch im FIFe
Rassenstandard ausgeschlossen werden,
sollten alle Katzen der unzulässiger Farbe, der unzulässigen Muster
oder der unzulässigen Felllänge
registriert werden als:
– XLH * <Name der Ursprungrasse> Langhaarnachkommen
– XSH * <Name der Ursprungrasse> Kurzhaarnachkommen
(* bedeutet weitere Informationen nach dem EMS System, z.B.
Buchstaben für die Farbvarietät usw.)
Die FIFe wird keine Farbvarietäten mit “Point” -Abzeichen für MCO,
NFO, SIB and TUA anerkennen.
Das Deutsch ist zwar fast unverständlich, doch bedeutet das
folgendes:
Alle Farben, Muster und Felllängen, welche explizit in einem
Rassestandard ausgeschlossen werden, dürfen nicht als die Rasse
registriert werden, sondern müssen - entsprechend der Felllänge - als
nicht anerkannte Langhaar = XLH oder nicht anerkannte Kurzhaar =
XSH registriert werden.
Wenn also eine Farbe in einer Rasse vorkommt, welche explizit im
Standard ausgeschlossen ist, dann verliert die Katze plötzlich ihre
Rasse.
Sehr merkwürdig, was hier implizit dem Verständnis, was eine Rasse
ist, zugrunde liegt.
Beispiele:
 | Eine colourpoint Kurilean Bobtail, welche bei anderen
Organisationen anerkannt ist, ist bei der FIFe plötzlich keine
Kurilean Bobtail mehr und verliert ihre Rasse. |
 | Da bei den Sibirern Points nicht erlaubt sind, hat dieses
Kuriosum dazu geführt, dass nun Sibirer mit Points unter einem
anderen Rassenamen (Neva Masquerade) anerkannt wurden. |
2.6.11 OCI (Ocicat)
Rote, creme oder schildpatt gefärbte Katzen sind nicht erlaubt.
 | Rote, schildpattfarbene Ocicat, welche bei anderen
Organisationen anerkannt sind, verlieren bei der FIFe plötzlich
ihre Rasse und werden zu XSH-Katzen. |
 | Haben die übrigen Farben, welche anerkannt sind, irgend
Etwas damit zu tun, dass aus einer Ocicat eine Ocicat wird?
|
 | Sind die übrigen Farben irgendwie ein Rasse bestimmendes
Merkmal? |
2.6.13 RUS (Russisch Blau)
Die FIFe wird keine andere Farbvarietät anerkennen als Blau bei
Russisch Blau...
– Nachkommen in anderen Farbvarietäten als Blau müssen als XSH/XLH.
(zu ergänzen: registriert werden)
 | Das bedeutet, schwarze und weiße Russen, aber auch blue
point Russen, welche bei vielen anderen Organisationen anerkannt
sind, sind plötzlich keine Russen mehr. Nun bei der so eng
gefassten Rassebezeichnung "Russisch Blau" müsste man einen
anderen, etwas weiter gefassten Rassenamen erfinden. |
In diesen Zuchtrichtlinien gibt es kein Kapitel, welches sich
"Definitionen" nennt.
So wird weder erklärt, was eine Zuchtkatze oder ein Deckkater ist,
noch was man unter Zucht versteht.
Immerhin wird definiert, was ein Zuchtbuch ist:
4.2 Zuchtbücher
Das Zuchtbuch ist die komplette Registrierung der Katzen.
Ein Ausdruck aus dem Zuchtbuch, der eine bestimmte Katze betrifft,
ist ein Stammbaum.
Die FIFe unterscheidet zwischen LO-Zuchtbuch - mindestens 3
Generationen müssen der betreffenden Rasse oder einer verwandten
Rasse angehören und anerkannte Farben besitzen.
Alle anderen Katzen werden im RIEX-Zuchtbuch registriert.
Folgende Fragen muss man stellen:
 | Was ist eine Zuchtkatze?
Was ist ein Deckkater? |
 | Was ist eine Zucht? |
 | Was haben anerkannte und nicht anerkannte Farben mit einer
Rasse zu tun?
Gibt es Rassen, die genetisch auf Grund ihrer Rasse nur eine
bestimmte Farbe besitzen können? |
 | Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen anerkannten Farben
und nicht anerkannten Farben, sondern spricht von reinrassigen
Tieren und von Kreuzungszuchten.
Wird hier nicht das LO-Zuchtbuch für etwas missbraucht, was mit
reinrassig Nichts zu tun hat? |
 | Was heißt komplette Registrierung?
Das kann man nur erahnen. |
Die Registrierungsregel von CFA beginnen sofort mit dem Geld,
nämlich mit den Gebühren - es gibt keine Zuchtrichtlinien.
Was eine Zucht ist, erfährt man nicht.
Was ein Züchter ist, kann man beiläufig in Artikel II - Section 1
- Litter registration lesen:
The breeder of a litter is the registered owner of the dam at the
time of mating, or the lessee of the dam.
In Deutsch:
Abschnitt 1 - Registrierung von Jungtieren
Der Züchter eines Wurfes ist der registrierte Besitzer der Kätzin
zum Zeitpunkt der Deckung, oder der Leasingnehmer der Kätzin.
 | So erfährt man so nebenbei, dass man eine Kätzin leasen kann. |
 | Das heißt, es genügt bereits ein Wurf, um sich Züchter nennen zu
können. Allerdings muss der Besitzer der Kätzin registriert sein.
Man muss annehmen, dass man bei CFA registriert sein muss. |
Im Artikel II - Registration kann man zu Beginn folgendes lesen:
General: a breed may have specific policies regarding
allowable ancestry, import requirements, colors and other
characteristics. For complete registration information regarding a
breed, contact the CFA Central Office.
In Deutsch:
Allgemein: Eine Rasse kann bestimmte Bedingungen haben, was erlaubte
Vorfahren, Importerfordernisse, Farben und andere Charakteristika
betrifft. Für eine vollständige Information über die Registrierung
betreffend eine Rasse kontaktieren Sie bitte die zentrale
CFA-Geschäftsstelle.
 | Dass man genauere und weitere Informationen von der
Geschäftsstelle erfragen soll, wann und ob eine Katze für die
Zucht registriert wird, kann man übrigens mehrmals in diesen
Registrierungsregeln lesen. |
Katzen/einzelne Jungtiere können für die Zucht registriert
werden.
 | D.h. der Züchter kann entscheiden, ob ein Jungtiere, welches
er abgibt, für die Zucht registriert werden soll oder nicht.
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 | Mit der Einschränkung, dass bei "genetischen"
Ungereimtheiten die Geschäftsstelle ebenfalls entscheiden kann,
dass ein Jungtier nicht für die Zucht registriert wird. |
CFA unterscheidet zwischen "register" = registrieren und "record"
= Aufzeichnungen machen. Katzen, über welche nur Aufzeichnungen
gemacht werden, dürfen generell nicht für die Zucht verwendet
werden.
Schwierig wird es, will man eine Katze einer anderen Organisation
bei CFA für die Zucht registrieren. Denn man muss einen
zertifizierten Stammbaum beider Elterntiere mit mindestens 5
Generationen vorlegen, wobei bei bestimmten Rassen sehr viel mehr
Generationen im Stammbaum aufscheinen müssen als bloß 5
Generationen.
Nachzulesen in Section 3 - Registration via certified pedigree.
Und hier erfährt man auch, dass bei CFA die Titel, welche bei
anderen Organisationen errungen wurden, nicht mit aufgezeichnet
werden:
Titles and awards won in other associations will not be recorded
or shown on CFA records.
Folgende Fragen muss man hier stellen:
 | Ohne die Geschäftsstelle scheint Nichts zu gehen, wenn man
genauere Informationen wegen der Registrierung dort erfragen
muss. |
 | Wie wird der Zeitpunkt der Deckung festgestellt, um zu
wissen, wer nun der Züchter ist? |
 | Sind Züchter, welche bei einer anderen Organisation
registriert sind, bei CFA keine Züchter mehr? |
 | Wenn in einem Land 3 Generationen für die Rassereinheit vom
Gesetz her genügen, genügt das bei CFA nicht, denn es müssen
mindestens 5 Generationen dieser Rasse im Stammbaum aufscheinen. |
 | Kann man mit Rassen, welche bei CFA nicht anerkannt sind,
bei CFA züchten, d.h. erhalten die Jungtiere eine Registrierung
als Zuchttiere? |
 | Gehört ein erworbener Titel nicht zum Namen einer Katze?
Eigentlich werden hier Informationen unterdrückt, welche auch
für einen CFA-Züchter wichtig sein könnten, um einen gewissen
Qualitätsstandard der importierten Katze erkennen zu können. |
 | Bei bestimmten Rassen, deren Farben bereits bei CFA sehr
eingeschränkt sind, werden mehr als 5 Generationen für die
Registrierung verlangt.
Wird damit ein bereits begrenzter Genpool nicht noch weiter
eingeschränkt? |
Es gibt doch Zuchtrichtlinien
Das mit den Zuchtrichtlinien, dass es keine gibt, stimmt nicht
ganz. Denn in jedem Standard steht:
"Allowable outcrosses" = Erlaubte Auskreuzungen.
Doch Vorsicht! Lesen Sie immer den Standard beider bei einer
Auskreuzung beteiligten Rassen.
 | Für Exotic ist z.B. die Kreuzung mit Persern erlaubt,
aber nicht umgekehrt. Für Perser ist nämlich eine Kreuzung mit
Exotic nicht erlaubt, es ist nämlich überhaupt keine Auskreuzung
erlaubt.
Das kann dazu führen, dass langhaarige Jungtiere, welche von
einer Exotic geboren werden, nicht als Perser registriert
werden. |
 | Dasselbe gilt für die Kreuzung zwischen Abessinier und
Somali. Abessinier dürfen keine Somali im Stammbaum haben,
umgekehrt schon. Für Somali ist die Kreuzung mit Abessinier
erlaubt. |
 | Für Türkisch Angora ist ebenfalls eine Auskreuzung nicht
erlaubt. Wenn Sie also eine Türkisch Angora vom Zoo in Ankara
importieren, wird es bei CFA schon schwierig. |
 | Auch müssen Sie strikt zwischen "European Burmese" und
Burmese trennen, denn bei beiden Rassen ist eine Auskreuzung
nicht erlaubt. Europäische Burma werden also strikt getrennt von
(Amerikanischen) Burma. |
Diese Registrierungspolitik hat bereits bei einigen Rassen zu
Problemen geführt, dass nämlich vermehrt, doch relativ schwere
genetische Defekte auftraten.
 | Ein gutes Beispiel dafür ist die Bombay, wo es
weltweit einfach wenige Katzen gibt, somit der Genpool bereits
alleine durch die geringe Zahl der Katzen stark eingeschränkt
war. Und wenn dann noch Auskreuzungen nicht erlaubt sind, nimmt
es nicht Wunder, dass genetische Defekte gehäufter auftreten. |
 | Die Politik greift dann regulierend ein, indem nämlich für
einen bestimmten Zeitraum Auskreuzungen mit genau vorgegebenen
Rassen (und auch Farben) plötzlich gestattet werden. |
 | Ob so eine Registrierungspolitik, des Auf und Ab im Genpool
einer Rasse, wohl gut für die Rasse ist? |
 | Interessant ist es auch bei der Scottish Fold, denn
hier sind Auskreuzungen erlaubt - man ist versucht zu sagen:
"Natürlich müssen bei dieser Rasse Auskreuzungen erlaubt sein." |
 | Wie werden jedoch Scottish Fold mit geraden Ohren
registriert? Als "for breeding only" ? Oder als AOV = any other
variety = jede andere Varietät? |
 | Wie werden Scottish Fold mit Points registriert? Nach dem
Standard können diese nicht als OSFC = other Scottish Fold
Colours = andere Scottish Fold Farben registriert werden, weil
das Himalayan-Muster (=Siamabzeichen) explizit hier ausgenommen
ist. |
Es scheint keine Zuchtrichtlinien bei SACC zu geben.
Die Registrierungsregeln sind sehr kurz.
Daraus erfährt man nicht, ob es unterschiedliche Zuchtbücher gibt
oder nicht.
Will man eine Katze bei SACC registrieren, weil man z.B.
ausstellen will und Titel für seine Katze erringen will, muss man
ebenfalls einen Zwingernamen registrieren und Mitglied bei einem
Verein des SACC sein, obwohl man gar nicht züchten will. Siehe dazu
Artikel 1:
1. Every person making application to register a cat, kitten or
litter of kittens on the South African Cat Register must first
register as a breeder by registering a cattery name (Form SACR F2),
and must be a current member of a club affiliated to the South
African Cat Council.
In Deutsch:
Jede Person, welche eine Katze, ein Jungtier oder einen Wurf von
Jungtieren bei SACC registrieren will, muss sich zuerst als Züchter
registrieren, indem sie (die Person) einen Zwingernamen registriert
(Formular SACR F2), und muss Mitglied bei einem Verein, sein, welche
bei SACC angeschlossen ist.
 | Also auch wenn man einen Kastraten besitzt und diesen registrieren
will, muss man einen Zwingernamen registrieren. |
 | Was ist ein Züchter? |
 | Was ist Züchten bei SACC? |
Was interessant ist, dass man den Stammbaum für eine Katze,
welche man registrieren will, selbst ausfüllen muss.
Artikel 3:
"Pedigrees must show at least four generations. Pedigrees must be
personally prepared. Blank pedigree forms are available from the
registrar."
In Deutsch:
Stammbäume müssen mindestens vier Generationen aufweisen. Stammbäume
müssen persönlich ausgestellt werden. Leere Stammbaumformulare sind
beim Registrar erhältlich.
Will man einen Wurf registrieren, dann muss man auch eine
Deckbescheinigung beilegen.
Artikel 13:
13. A certificate of mating issued by the owner of the sire must
accompany every application for registration unless the owner of the
sire is also the owner of the dam.
In Deutsch:
13. Eine Deckbescheinigung, ausgestellt vom Besitzer des Katers, muss
jedem Antrag auf Registrierung beigelegt werden, außer wenn der
Besitzer des Katers auch der Besitzer der Kätzin ist.
Kurios ist auch hier die Beschränkung der Länge des Namens einer
Katze.
Artikel 4
The total name of a cat or kitten must not exceed 24 (twenty four)
characters (including spaces).
In Deutsch:
Der gesamte Name einer Katze oder Jungtieres darf 24 Buchstaben
(vierundzwanzig) nicht überschreiten (einschließlich Leerzeichen).
 | Was für Computer-Programme müssen alle diese Organisationen
verwenden, wenn immer der Name einer Katze beschränkt wird?! |
 | Was geschieht bei einer importierten Katze, deren Name
länger als 24 Zeichen ist?
Es steht zwar in Artikel 5, dass die Regelung von Artikel 4,
welche den Namen auf 24 Zeichen beschränkt, nicht angewendet
wird, und trotzdem muss man die Frage stellen:
Wird der Name dann abgekürzt, oder gar beschnitten?
Weshalb kann das Computer-Programm bei Import-Katzen mehr als 24
Zeichen und bei Katzen, gezüchtet bei SACC, nicht? |
 | Was geschieht mit Titeln, welche eine Katze bei einer
anderen Organisation errungen hat? |
Gucken wir noch bei TICA, nach, welche in Anspruch nimmt, der
weltgrößte genetische Registrar zu sein.
Man ist sofort angenehm überrascht, wenn man im Vorwort zu den
Registrierungsregeln folgendes lesen kann:
The By-Laws take precedence over ALL other Rules, followed by the
Registration Rules, Show Rules, Standing Rules, and Uniform Color
Descriptions, in that order.
In Deutsch:
Die Statuten haben Vorrang ÜBER alle anderen Regeln, gefolgt von den
Registrierungsregeln, Ausstellungsregeln, Allgemeinen Regeln, und
Einheitliche Farbbeschreibungen, in dieser Reihenfolge.
Die Registrierungsregeln müssen also für die TICA-Mitglieder von
sehr großer Bedeutung sein, wenn sie Vorrang vor allen anderen
Regeln haben und gleich an zweiter Stelle in der Rangordnung stehen.
Und, so wie es eigentlich für gute Regeln gehört, gibt es Kapitel
1 Definitionen, wo erklärt wird, was man unter wesentlichen
Begriffen in dieser Organisation zu verstehen hat.
Man mag nun mit diesen Definitionen übereinstimmen oder nicht, das
ist mal irrelevant. Wichtig ist, dass hier den Züchtern deutlich
erklärt wird, was man in der TICA unter bestimmten Begriffen
versteht.
Was leider bei diesen Definitionen fehlt, ist, was man unter Züchten
versteht.
Die TICA führt drei Zuchtbücher: das eigentliche Zuchtbuch, wo
alle Zuchtkatzen (Männchen und Weibchen) eingetragen sind, ein
Foundation Zuchtbuch, wo alle Katzen, welche eine Rasse begründet
haben, eingetragen sind, und ein Experimentalzuchtbuch.
Merkwürdig liest sich folgendes:
Experimental Registration Certificates shall clearly state, “Not
Eligible for Exhibition”.
In Deutsch:
Experimental-Registrierurkunden müssen deutlich den Eintrag "Nicht
für Ausstellung zugelassen" tragen.
 | Was Züchten mit Ausstellen zu tun haben mag? |
Es ist auch eindeutig geregelt, wie Rassen zu registrieren sind,
welche bei einer anderen Organisation anerkannt sind, bei der TICA
jedoch noch nicht.
Der Anerkennungsprozess, wie und wann eine neue Rasse (neu bei
der TICA!) als Rasse für den Champion-Titel anerkannt wird, ist zwar
kompliziert und langwierig, doch sehr klar geregelt.
Was ebenfalls sehr bemerkenswert ist, dass auch Hauskatzen
registriert werden können. Das hebt ohne Zweifel den Wert einer
Hauskatze.
33.2.5 Household Pet - A household pet which has been altered
shall be accepted for registration regardless of ancestry or
phenotype (appearance).
Board approval is not required to register a Household Pet.
In Deutsch:
Hauskatze - Eine Hauskatze, welche kastriert wurde, soll für die
Registrierung akzeptiert werden, unabhängig von ihren Vorfahren oder
ihrem Phänotyp (Erscheinung).
Eine Genehmigung des Vorstandes, eine Hauskatze zu registrieren, ist
nicht erforderlich.
TICA hat auch ein klare Prozedur zur Anerkennung von Rassen,
welche bei anderen WCC-Organisationen anerkannt sind, auch wenn
diese Prozedur kompliziert und aufwändig ist.
33.10 Advancement of Transfer New Breeds.
Breeds that are Championship status in at least two full members of
the World Cat Congress may apply to the TICA Board of Directors for
acceptance in TICA at ANB level, or for a reduction in the time
required to progress to the next level in the New Breed program. The
Board of Directors will address applications on a case-by-case basis...
33.10.1 The breed must have been at Championship status for a
minimum of 5 years in at least 2 full members of the World Cat
Congress.
33.10.2 A minimum of 10 cats of the breed must have been registered
in TICA during the 12 months preceding the application.
In Deutsch:
33.10 Fortschreiten einer Transfer-neuen Rasse.
Rassen, welche Championship-Status bei mindestens zwei
Vollmitgliedern des Katzenweltkongresses haben, können beim
TICA-Direktoriumsvorstand auf dem ANB-Niveau oder um eine Reduktion
der Zeitdauer ansuchen, welche für das Aufsteigen auf die nächste
Ebene des Programms für neue Rassen erforderlich ist. Der
Direktoriumsvorstand entscheidet dann über das Ansuchen von Fall zu
Fall...
33.10.1 Die Rasse muss den Championship-Status mindestens 5 Jahre
lang bei 2 Vollmitgliedern des WCC haben.
33.10.2 Mindestens 10 Katzen der Rasse müssen bei TICA während der
letzten 12 vergangenen Monate registriert worden sein.
ANB = Advanced New Breed = fortgeschrittene neue Rasse
 | Ob eine solche lange Wartezeit von 5 Jahren einen Sinn für
"natürliche" Rassen ergibt, mag dahin gestellt bleiben. |
 | Dass eine neue Rasse über einen gewissen Zeitraum vorkommen
muss, ist nachvollziehbar, doch kann man nicht alle Rassen über
einen Kamm scheren. Das mag für neu gezüchtete Rassen sinnvoll
sein, doch für spontane Mutationen oder natürlich vorkommende
Rassen ist es eine unnötige Hürde. |

Fragen, die man bei allen Organisationen stellen muss
 | Es gibt keine klare Trennung zwischen Zucht und Ausstellung.
Immer ist die Anerkennung einer neuen Rasse als Rasse mit der
Anerkennung für Titel verbunden.
Was hat Züchten mit Ausstellen zu tun?
Gehört es zur positiven Entwicklung einer Rasse unbedingt dazu,
dass und welche Titel die Katzen erringen können? |
 | Die Mehrzahl der WCC-Mitglieder kümmert es wenig bis gar
nicht, ob Rassen bei einem WCC-Mitglied anerkannt sind oder
nicht.
Weshalb gibt man dann das Geld der Mitglieder aus, um sich
jährlich einmal für mehrere Tage zu treffen?
Zeigt das nicht auch ein gewisse Missachtung oder
Nicht-Ernst-Nehmen der anderen WCC-Mitglieder?
Geht es hier nur darum, das Gesicht zu wahren? |
 | Keine der Katzenorganisation hat ein klares Programm, oder
überhaupt irgendein Programm, wie sie die Weiterentwicklung von
Rassen fördern will.
Keine der Katzenorganisationen hat ein Programm, ob und wie sie
sich um die Entwicklung neuer Rassen kümmern will. Ob neue
Rassen nur als störend empfunden werden, so nach dem Motto:
"Schon wieder ein neue Rasse!"? |
 | Stehen diese vielen Regeln, wann welche Rasse/Farbe wie
registriert wird, so sehr im Vordergrund, dass die Zucht
zweitrangig wird?
Alle diese Regeln hinterlassen den Eindruck, als wolle man sich
vor anderen Organisationen schützen und als sei man an neuen
Entwicklungen nicht sonderlich interessiert. |
 | An den Hauskatzen scheinen nur wenige Organisationen
wirklich interessiert zu sein.
Welchen Grund soll es geben, dass Hauskatzen ausgestellt werden
können - die Betonung liegt hier auf dem Wörtchen "können" -
wenn sie bei manchen Organisationen nicht einmal einen Standard
haben? |
 | Welchen Grund soll es geben, wenn Hauskatzen keinen Titel
erringen können?
Wie will man dann das unkontrollierte Vermehren von Hauskatzen
in den Griff bekommen und sich gegen die Argumente von
Tierschützern, dass es zu viele "arme" Katzen gibt und das
Züchten von Rassekatzen nur zur Vermehrung der Katzen beiträgt,
effizient wehren?
Oder ist die Lobby der so genannten Züchter von Rassekatzen zu
groß? |
 | Was haben Farben, welche bei einer Organisation nicht
anerkannt sind, damit zu tun, ob eine Katze einer gewissen Rasse
angehört oder nicht?
Gibt es Farben/Muster, welche bestimmen, welche Rasse eine Katze
hat?
Dienen solche Regeln, dass eine Katze, besitzt sie eine nicht
anerkannte Farbe/Muster, plötzlich wie eine Katze ohne
Rassenzugehörigkeit behandelt wird, nicht dazu, um das eigene
System und die eigene Lobby zu schützen? |
 | Ob eine solche Einigelungspolitik wirklich für die
Entwicklung so mancher Katzenrasse gut ist, mag sehr dahin
gestellt bleiben. |
 | Fördern Verbote und restriktive Registrierungsregeln
wirklich die positive Weiterentwicklung einer Rasse? |
 | Gibt es irgendwelche nachhaltigen Programme, um Züchter und
Aussteller zu fördern, zu unterstützen und ihnen das nötige
Wissen zu vermitteln?
Die Betonung liegt hier auf "Fördern" und "nachhaltig". Denn mit
Seminaren allein ist es sicher nicht getan.
Gibt es irgendein Mentoring-Programm für Züchter?
Oder ist man nur darin interessiert, möglichst viele Stammbäume
ausstellen zu können?
Oder ist man nur daran interessiert, dass möglichst viele Katzen
ausgestellt werden? |
 | Die doch sehr unterschiedlichen Regeln zum Thema, wie eine
Katze in welchem Zuchtbuch registriert wird, und ob sie
überhaupt registriert werden kann, ist nur kontraproduktiv zur
Weiterentwicklung einer bestehenden Rasse und zur Entwicklung
neuer Rassen.
Solche Stammbäume, wenn sie nach so sehr unterschiedlichen
Kriterien ausgestellt werden, sagen eigentlich über eine Rasse
dann sehr wenig aus. |

© katzenzeitung 11/2010 |
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