In der Tat gibt es im Katzenlatein viele Abkürzungen, und leider
werden dieselben Dinge manchmal unterschiedlich bei den einzelnen
Dachorganisationen benannt. Dies fängt schon bei den Rassen und
Farben an.

Einige Kürzel aus dem Katzenlatein ...
Die Katzenrassen werden nach Kurzhaar und Langhaar in Kategorien
eingeteilt.
Bei etlichen Dachorganisationen gibt es noch die Kategorie der Katzen
mit orientalischem Typ. Ein orientalischer Typ ist, vereinfacht
gesagt, eine schlanke Katze mit längerem Körper, langen schlanken
Beinen und einem langen keilförmigen Kopf.
Bei einigen Dachorganisationen wird die Kategorie Langhaar nochmals
geteilt, in Langhaar - sind meist die Perser - und in Halb- oder
Semilanghaar - das sind die übrigen Rassen mit längerem Fell.
Und bei der FIFe z.B. werden miteinander verwandte Rassen in dieselbe
Kategorie eingeteilt, gleichgültig, ob sie ein kurzes oder langes Fell
haben. So sind Abessinier (Kurzhaar) und Somali (Langhaar) in der
Kategorie 3, oder Balinesen (Langhaar) sind gemeinsam mit Siam
(Kurzhaar) in Kategorie 4.
Sie merken, schon die Erklärung, was eine Kategorie ist, fällt
umfangreich aus.
Eine Rasse selbst wird wieder in Farben oder Farbgruppen
untergliedert, was dann Varietät heißt, bei amerikanischen
Vereinen heißt es Division(s). Nach welchen Kriterien manche
Rassen in Varietäten (Farbgruppen) eingeteilt werden, ist schwer
nachvollziehbar. Angeblich nach genetischen Aspekten (i. e. nach
miteinander verwandten Farben). Schaut man sich dieses Argument und
die Einteilung in Farbgruppen genauer an, dann kann man sich z.B. bei
der FIFe nicht erklären, warum die Rexkatzen in 7 Farbgruppen, Maine
Coon in 9 Gruppen, Sphinx nun nur mehr in einer Gruppe, und American
Curl in 11 Gruppen eingeteilt sind. Mit Genetik hat dies auch eher
wenig zu tun, dass bei den Rexkatzen die Smoke-Farben jeweils in der
zugehörigen Gruppe für nicht-silber Farben eingeteilt sind, bei den
Maine Coon aber nicht. Angeblich kann man durch das gewellte Haar
einfarbige von smoke Katzen nicht unterscheiden. Hat man sich jemals
die Frage vorgelegt, dass Smoke, wenn die Farbe sehr gut
durchgezüchtet wurde, auch bei Katzen mit gewellten Haaren zu sehen
ist? Wirft man jedoch einen Blick in die Stammbäume der 'silbernen'
Katzen, so wurde keine Farbe wirklich gut durchgezüchtet. Dies alles
unter dem Deckmantel, die Farbe zählt ja nichts, denn die Rexkatzen
sind ja in Farbgruppen eingeteilt. Dass die Farbe jedoch für die
Zuordnung zu einer Farbgruppe doch zählt, wird hierbei übersehen.
So muss man den Schluss ziehen, dass die Einteilung in Varietäten
(Divisions) oder Farbgruppen historisch, politisch oder wie auch immer
bedingt ist, und mit Logik leider sehr wenig zu tun hat.
Aufsetzend auf den Begriff der Varietät, wählt ein Richter dann die
beste Katze und vergibt ein BIV = Beste in der Varietät. Klingt
einfach, ist es jedoch nicht, denn auch hier muss bei vielen
europäischen Verbänden ein kompliziertes Regelwerk beachtet werden,
nämlich wie viele Katzen anwesend sind, ob ein BIV auch für Jungtiere
vergeben werden kann oder die Jungtiere gemeinsam mit den Erwachsenen um das
BIV konkurrieren, usw. usw.
Dies ist bei amerikanischen Vereinen etwas transparenter, denn da sind
die Katzen nach Erwachsene, Jungtiere und Kastraten getrennt und
erhalten auch getrennt Best of Division, unabhängig, wie viele
Erwachsene oder Jungtiere anwesend sind.
Bei einigen Organisationen gibt es neben dem BIV oder dem Best of
Division tatsächlich noch einen Rassesieger, es treten also
alle Katzen einer Rasse, unabhängig, welche Farbe sie haben, gegen
einander um den Rassesieg an.

Je mehr Titel, umso lieber ...
Bei vielen Dachorganisationen muss eine Katze mehrere
Zertifikate erringen, um einen Titel zu erringen. Das heißt also,
sie muss in ihrer Gruppe (= Klasse) die Erste werden. Und die ersten Plätze
werden dann gezählt, und so erhält die Katze dann einen Titel. Je nach
Titel sind diese Zertifikate (erste Plätze) mit bestimmten Kürzeln
benannt. Um Champion zu werden, muss die Katze drei Zertifikate namens
CAC erringen, um Europachampion zu werden muss die Katze 6 oder 9
Zertifikate namens CACE erwerben. Die Anzahl der Zertifikate für jeden
Titel ist bei jeder Dachorganisation verschieden.
Anders ist das bei manchen amerikanischen Systemen, für den Champion muss die Katze
drei Winner Ribbons (drei erste Plätze) erreichen. Und dann
gibt es nur mehr den Grand Champion (=GC), wo die Katze eine bestimmte
Anzahl von Champions schlagen muss. Die Anzahl ist relativ hoch. Die
Punkte, die nach einem komplizierten Algorithmus, den ein Laie nicht
versteht, errechnet werden, betragen bei CFA z.B. 200 Punkte für den
Grand Champion.
Die Titel werden getrennt nach Geschlecht für erwachsene Katzen und
Kastraten vergeben.
Welche Titel es gibt, ist auch von Organisation zu
Organisation verschieden. Man hat oft den Eindruck, dass es eine wahre
Titelinflation gibt. Auch scheint es nicht schwierig zu sein, einen
Titel zu erringen, wenn man sich die richtige Ausstellung aussucht,
sodass die Katze alleine in ihrer Gruppe ist.
Bei manchen amerikanischen Vereinen gibt es meist nur zwei Titel Champion oder
Premior für Kastraten und Grand Champion bzw. Grand Premior bei den
Kastraten. Und der Titel Grand Champion / Premior ist viel schwerer zu
erreichen, da hier eine bestimmte Anzahl an Champions besiegt werden
muss, und nicht eine relativ kleine Anzahl an Zertifikaten errungen
werden muss.
Doch auch hier hat die Inflation nicht Halt gemacht. So gibt es Double
Grand Champions, Triple Grand Champions, Quadruple Grand Champions,
Platin Champions, Diamond Champions, Rubin Champions, u.v.a.m.
Bei vielen Ausstellern ist es zum Sport geworden, bei möglichst
vielen Organisationen Titel zu erringen. Da ist oft der Titelvorspann
in einem Stammbaum länger als der Name der Katze selbst.
Dies scheint auch die Programmierkünste und Datenbanken etlicher
Vereine zu überfordern, denn dann werden die vielen Titel kunstvollst
abgekürzt, wie bei der Stenographie. So wird ein Stammbaum ohne
zugehöriges Kürzelverzeichnis für einen Laien fast unleserlich. Das
einzige, was er sieht, ob viel Rot im Stammbaum geschrieben wurde.
Denn dann muss doch die Katze sehr berühmte Vorfahren haben, wenn
diese so viele Titel haben (?).

Der Richter-Ring - ein heiliger Gral ...
Da springen erwachsene Menschen vor Käfigen mit Wedeln herum, und die
Katzen schauen erstaunt zu und denken sich ihren Teil.
Diese Wedel ernähren eine ganze Zubehörindustrie und sind begehrte
Sammlerobjekte. Da gibt es Wedel aus Silberlametta, Wedel mit
Pfauenfedern, ja sogar Wedel mit so einer Art Babyrassel. Und wer ganz
stilecht sein will, der besitzt blinkende Kugelschreiber mit Wedel.
Mit einem Dompteur hat dies allerdings nichts zu tun, denn die Katzen
sind keine wilden Tiere, die erst gezähmt werden müssen. Aber
angeblich machen dann die Katzen die Augen besser auf.
Aber vielleicht kommt - angelehnt an den Zirkus - der Begriff des
Richter-Ringes davon?
Oder hat der Richter-Ring etwas mit dem Boxen zu tun?
Manchmal könnte man das fast glauben, wenn man das Gedränge der
Aussteller vor dem Richtertisch beobachtet, die sich und ihre Katzen
richtig in Szene setzen wollen.
Ein Richter-Ring ist bei den Katzen nicht wirklich ein Ring, sondern
ein Tisch, an dem ein Richter sitzt oder steht, mit Käfigen hinter
seinem Tisch, in denen die Katzen auf das Richten warten. Oft stehen
bei europäischen Vereinen die Richtertische und diese Käfige auf einer
Bühne, was ihnen einen so erhabenen - oder besser erhobenen ? -
Ausdruck gibt. Bei amerikanischen Vereinen stehen die Richterringe zu
ebener Erde meist an der Längsseite einer Halle, und davor sind
halbkreisförmig die Sessel für die Aussteller angeordnet, wie in einer
Arena.
Doch bei allen Vereinen ist der Richterring für den normal sterblichen
Besucher gesperrt. Das heißt, die Richter sind für den Besucher meist
nicht zu sprechen. An wen soll sich der Besucher wenden, wenn bereits
eine wichtige Gruppe von Experten von ihm abgeschirmt wird?
Die Aussteller selbst stehen auch nicht wirklich für Fragen zu einer
Rasse zur Verfügung, denn die sind im Ausstellungsstress.
Denn zuerst müssen die Käfige dekoriert werden - so manche
Schaufensterdekoration würde gegen so manchen Käfig vor Neid
erblassen.
Dann müssen die Katzen nochmals getrimmt, gebürstet, gepudert werden.
Ob dies den Pflegezustand der Katze noch erheblich verbessert, sei
dahingestellt. Auf alle Fälle werden die Nerven des Ausstellers
strapaziert, und der Stress für die Katzen wird erhöht, die sich
eigentlich schon auf ein gemütliches Nickerchen in ihrer Kuschelhöhle
im Käfig gefreut hatten.
Und dann ist man mit dem Präsentieren der Katzen vor dem Richter
beschäftigt.
Aber an wen kann sich der Besucher mit all seinen Fragen wenden?
Aber natürlich an den Aussteller, wenn er nämlich eine Katze von
diesem kaufen will.
Einen Vorteil haben die amerikanischen Ringe. Hat man als Besucher
einen der Sessel vor dem Ring ergattert - gegen den Protest der
Aussteller, dann sieht man wenigsten die Katzen besser. Denn diese
werden auf ein Podest, das auf dem Richtertisch steht, gesetzt oder
gestellt, und präsentieren sich da sehr profimäßig. So sieht und hört
man, um welche Rasse es da geht, und kann auch die verschiedenen
Farben und Muster besser sehen.
Bei europäischen Richtertischen ist meist der Blick auf die Katzen
durch Stewards oder die aufgeregt umher springenden Aussteller
verstellt.

Das Richten - eine heilige Handlung ...
Wie die Katzen gerichtet werden, kriegt man als Besucher nicht
wirklich mit. Die Standards, nach denen die Katzen gerichtet werden,
sind in Katzenlatein geschrieben und ohne Wörterbuch kaum zu
verstehen. Was so ein Katzenrichter begutachtet, wird auch meist nicht
erklärt, und ist von Richter zu Richter verschieden.
Das Richten ist eine sehr statische Angelegenheit, da sitzt oder steht
das zu beurteilende Objekt auf einem Tisch, von Zeit zu Zeit wird es
hochgehalten, da man dann angeblich die Kopfform und die Augen besser
sehen kann.
Da lob ich mir das Richten bei den Hunden, wo diese - zwar zum
Leidwesen so mancher Aussteller - in einem Ring einige Runden laufen
müssen. Dies hat den Vorteil, dass man strukturelle Defekte im
Körperbau sehr viel schneller und einfacher sieht. Mal ganz ehrlich,
wie soll ein Katzenrichter eine Patella Luxation erkennen, wenn die
Katze liegt, sitzt oder steht und er kein ausgebildeter Tierarzt ist.
Würde die Katze laufen müssen, würde man dies wesentlich einfacher
erkennen. Oder wie soll ein Katzenrichter einen Plattfuß oder ein
Problem im hinteren Sprunggelenk erkennen, wenn die Katze völlig
statisch auf dem Tisch sitzen muss. Und doch ist jeder Defekt im
Körper- oder Knochenbau, kurz in der Struktur als schwerer Fehler zu
ahnden.
Die Sache mit dem Gebiss ist auch ein eigenes Kapitel für sich. Bei
den Hunden ist das Gebiss sehr genau beschrieben und wird sehr genau
geprüft. Bei den Katzen verhält es sich da schon anders. So mancher
Organisator, aber auch Richterkollege sieht es gar nicht gern, wenn
man der Katze ins Maul schaut. Und so kommt es öfters vor, dass bei
der Wahl der schönsten Katzen einer Ausstellung das Gebiss gar nicht
mehr überprüft wird und so manche Katze mit schiefem Gebiss gewinnt.
Man sieht es ja nicht von außen und es stört den ästhetischen Eindruck
doch nicht, die Katze ist doch sonst so schön und so toll gepflegt.
Ist eine Katze, deren Fangzähne - ein sehr wichtiges Organ bei einem
Jäger - versetzt sind, wirklich schön? Ist dies nicht ein verzerrter
Begriff von Ästhetik und Schönheit?
Nach welchen Kriterien so ein Zertifikat vergeben wird, welche
Katze in ihrer Gruppe den ersten Platz belegt, bleibt einem normalen
Besucher - oft auch einem Aussteller - öfters verborgen.
Bei manchen Richtern zählt der Stop und eine kurze Nase so viel wie
die gesamte Punkteanzahl des Kopfes, dabei ist es nur ein Teil von
vielen anderen, die da oft im Standard beschrieben sind.
Auch gibt es eine Punkteskala bei jedem Standard, die aber meist als
lästiges mathematisches Relikt beiseite geschoben wird. Würde so
mancher diese Punkteskala ernster nehmen, würde ihm auffallen, dass es
bei der Punkteverteilung auf die einzelnen Körperteile ganz bestimmte
Relationen gibt.
Ein Beispiel dazu:
Bei den Abessiniern zählt das Fell in fast allen Standards 50% der
gesamten Punkteanzahl. Also muss das Fell a) sehr wichtig bei den
Abessiniern sein und b) zum Charakteristischen dieser Rasse zählen.
Doch was hört man sehr oft: Der Aby-Look ist so wichtig, der sich
meist nur auf den Kopf beschränkt, der samt den Augen und Ohren nur
ein Viertel der gesamten Punkteanzahl ausmacht.
Ein anderes Beispiel:
Bei den Persern entfallen auf den Kopf (inklusive der Form der Augen,
aber ohne Augenfarbe) 25% - 30% der gesamten Punkteanzahl. Im Kopf
sind enthalten die Form des Kopfes selbst, die Stirn, die Wangen, die
Nase und der Stop, der Kiefer und das Gebiss, das Kinn, die Form und
Größe der Augen, und Größe, Form und Stellung der Ohren. Und trotzdem
hat eine sehr kurze Nase mit einem ausgeprägten Stop einen extremen
Stellenwert erhalten und entscheidet nun oft über die Vergabe eines
Zertifikates, also ob die Perserkatze in ihrer Gruppe den ersten Platz
belegt oder nicht. So, als würde der Kopf nur aus einer recht kurzen
Nase und einem möglichst tiefen Stop allein bestehen. So, als würden
die kurze Nase und der Stop allein entscheidend sein, ob die Katze
eine Perserkatze ist oder nicht. Eine bedenkliche Verschiebung der
Relationen ins Extreme!
Und ein letztes Beispiel:
Bei der Siam entfallen auf den Kopf 25% - 30% der Gesamtpunkteanzahl.
Im Kopf sind neben der Form des Kopfes, der Stirn, der Nase, dem
Kiefer und Gebiss, der Schnauze, der Form der Augen auch die Größe,
Form und Stellung der Ohren enthalten. Auch hier haben sich die
Relationen beim Richten sehr merkwürdig ins Extrem verschoben, denn
die Ohren haben einen Stellenwert erhalten, der bedenklich ist. Oft
entscheiden die Ohren, welche Siamkatze den ersten Platz belegt und
welche nicht.

Die Katze muss richtig inszeniert werden ...
Die Inszenierung beginnt bereits bei der Käfigdekoration. Normale
Vorhänge tun es nicht mehr, da muss Lurex her, da müssen Spitzen,
Strass und eine Federboa her. Wie in einem Puppenhaus, steht dann
auch noch ein mehr oder weniger dekoratives Sofa im Käfig. Oder die
Kuschelhöhle wird so platziert, dass der Besucher sie nur von hinten
sehen kann. Da müssen die Rosetten und Kokarden die Käfigwände,
oft auch noch die Vorderseite überladen. Und oben am Käfig trohnen die
Pokale und Folianten mit Siegerfotos. Siegerfotos von wem?
Aber wo bleibt die Katze?
Wer wird da wirklich inszeniert?
Doch die Inszenierung bleibt nicht bei der Käfigdekoration stehen,
viel wichtiger ist sie bei der Präsentation der Katze vor dem Richter.
Da kommen Katzen mit Strasshalsbändern auf den Richtertisch, so als
würden diese Halsbänder die Ästhetik der Katze erheblich verbessern.
Da werden Birmakatzen im Spitzenkörbchen auf dem Richtertisch
präsentiert, um das Herz des Richters zu rühren. Denn natürlich sehen
die kleinen Kätzchen im Spitzenkörbchen niedlich aus.
Da werden Siamkatzen lang gestreckt und lang gezogen, denn schließlich
sollen sie doch einen langen Körper haben.
Da werden Perserkatzen ganz
unnatürlich gestaucht und Hinter- und Vorderbeine zusammengehalten,
denn schließlich sollen sie doch einen kurzen Körper haben.
Da glänzen Sphinxkatzen, eingeölt wie Bodybuilder. Denn schließlich
sollen sie doch eine geschmeidige Haut haben.
Da steigt bei so mancher Katze eine Puderwolke auf, dass man als
Richter Mühe hat, nicht niesen zu müssen. Doch das Fell soll ja hell
und wie eine Wolke aussehen.
Da steigt einem der Geruch eines schweren Parfüms in die Nase und
droht einem die Sinne zu benebeln. Aber vielleicht riecht dann ein
Kater weniger nach Kater.
So manches Mannequin könnte von den Katzenleuten noch was lernen.

Die Bretter, die die Welt bedeuten ...
Bei allen Organisation werden auf einer Ausstellung die besten
Katzen der Ausstellung von den Richtern gewählt. Das europäische
System unterscheidet sich da vom amerikanischen.
Bei europäischen Organisationen werden Katzen von den Richtern für die
Best in Show (= BIS) nominiert. In der Best in Show stimmen
dann die Richter über die besten Katzen ab. Es gibt keine Reihung,
lediglich bei Erwachsenen und Kastraten gibt es einen BIS-Sieger (der
Sieger) und einen BOS-Sieger (Best opposite Sex).
Aber weil der BIS-Sieg allein nicht genügt, gibt es dann noch aus den
Gewinnern bei den einzelnen Kategorien eine Wahl des Best of Best
(= BOB).
Beim amerikanischen Richten wählt jeder Richter die 10 (manchmal auch
15) besten Katzen aus all seinen Katzen aus allen Rassen aus,
unabhängig von der Kategorie (ob Kurz- oder Langhaar, ob Perser oder
Orientale oder nicht). Jeder Richter macht seine eigene Best in Show,
die hier Final genannt wird. Der Richter reiht nun diese
ausgewählten Katzen von 1 - 10 (15). Ein Final gibt es für Erwachsene,
Kastraten und Jungtiere.
Doch Titel sind bereits zur Selbstverständlichkeit geworden. Die
nimmt man eben mal so im Vorübergehen mit. Gewinnt die Katze
ausnahmsweise keinen Titel, kann man dies oft daran erkennen, dass der
Aussteller, seine Katze irgendwo unterm Arm, gesenkten Haupts eilig
durch die Halle zu seinem Käfig strebt, und die Katze lieblos und
möglichst schnell im Käfig verstaut wird.
Wichtig ist, dass mann/frau wieder auf der Bühne steht. Es gibt doch
nichts Schöneres, als sich wieder mit seiner Katze für das Siegerfoto
zu präsentieren und wieder einen Pokal seiner Sammlung hinzuzufügen.
Vielleicht hat man ja Glück, und das Fernsehen ist da, oder man kann
sein Bild in einem Katzenmagazin bewundern.

Und wo bleiben da die HHP ...
Was sind eigentlich HHP? Wieder so eine neumodische Katzenrasse?
HHP ist auch ein Kürzel aus dem Katzenlatein und bedeutet House Hold
Pets, schlicht Hauskatzen genannt. Doch Englisch klingt's ja besser.
Ja, jeder Organisator schmückt sich gerne auch mit Hauskatzen.
"Sogar Hauskatzen können ausgestellt werden und können ihre eigene BIS
oder ihr eigenes Final gewinnen. Einfach toll!"
Die Meinungen, was Hauskatzen sind, gehen jedoch von Organisation zu
Organisation und von geographischer Region zu Region manchmal weit
auseinander. So sind bei manchen Organisationen nur kurzhaarige
Hauskatzen zugelassen. Bei anderen Organisationen sind keine
Hauskatzen mit Siamabzeichen zugelassen, obwohl diese z.B. sehr häufig
in südlichen Ländern vorkommen. Wieder andere Organisationen nehmen
nur kastrierte Hauskatzen.
Auch der Modus, nach dem die beste Hauskatze einer Ausstellung gewählt
wird, ist auch oft unterschiedlich. Bei einigen werden Kastraten von
Nicht-Kastraten nicht getrennt. Bei anderen werden Männchen und
Weibchen getrennt und konkurrieren dann gegen einander.
Schade ist nur, dass bei etlichen Organisationen die Hauskatzen
keinerlei Titel gewinnen können, obwohl sie einen eigenen Standard
haben und dieselbe Prozedur beim Richten durchlaufen müssen, wenn sie
ausgestellt werden.
Wozu ein Standard, wenn es dann keinen Titel zu gewinnen gibt? Bleibt
es da nur beim Wollen?

© katzenzeitung 2/2007