Die Gewohnheit ist ein starker Faktor und trübt so manche
Meinung.
Da empört sich die Volksseele. Tiere ohne Haare, das darf es doch
nicht geben! Hunde und Katzen müssen doch Haare haben. Das war schon
immer so, und muss auch so bleiben!
Den Mull, den kennen wir nicht, den lassen wir gleich außen vor.
Die Gewohnheit lässt uns auch oft an unserer Meinung festhalten,
ohne dass wir unsere Vorurteile von Zeit zu Zeit einer Prüfung
unterziehen oder sie gar aufgeben.
Aber diese Tiere sind grundhässlich!
Schönheit ist sehr relativ und unterliegt dem Wandel der Zeit und
der Mode.
Ein Beispiel:
Heute müssen Frauen schlank sein, im Barock war mollig angesagt. Heute
möchte jeder gern die Figur eines Mannequins haben.
Wir bewundern die Bilder von Rubens und Rembrandt und bezeichnen sie
als Kunstwerke. Da stören uns die dicken und molligen Frauen mit ihrem
überdimensionalen Popo plötzlich nicht mehr.
Bewundern wir die Bilder deshalb, weil sie so alt sind oder weil die
Maler angeblich solche Künstler waren oder weil ihre Bilder so hohe
Preise erzielen?
Ein anderes Beispiel:
In den 60-ger und 70-ger Jahren war es bei Männern in, lange Haare zu
haben. Heute muss Alles nett und adrett sein, und wir bezeichnen
Männer mit langen Haaren meist als ungepflegt und unordentlich.
Und trotzdem bewundern wir die Gemälde eines Raffael oder Tizian, wo
die Männer lange Haare haben. Und trotzdem bewundern wir die Beatles,
obwohl sie lange Haare hatten.
Tun wir das, weil uns alle sagen, dass Raffael und Tizian berühmte
Maler sind? Tun wir das, weil uns alle sagen, dass die Beatles Kult
sind?
Finden wir diese Tiere hässlich, weil es uns die Mehrheit vorbetet?
Was ist Schönheit?
Hat Schönheit auch etwas mit einem gewohnten Anblick zu tun?
Hat Schönheit etwas mit Natur zu tun?
Hat Schönheit etwas damit zu tun, was uns durch die Medien täglich vor
Augen geführt wird?
Hat Schönheit etwas mit dem persönlichen Geschmack zu tun?
Eine philosophische Frage, auf die es in jeder Epoche eine andere
Antwort gab.
Sind diese Hunde nicht schön, betrachtet man ihre glatte, glänzende
und schimmernde Haut?
Sind diese Katzen nicht schön, deren Haut sich so angenehm weich und
warm anfühlt?
Sind diese Hunde und Katzen nicht schön, bei denen man ihre glatte und
gut ausgeprägte Muskulatur sieht?
Sind diese Hunde und Katzen nicht schön, bei denen man jede Bewegung,
jedes Mienenspiel sieht?
Ist dieser Mull nicht schön, den die Natur so wunderbar
ausgestattet hat, dass er sich eine Kolonie im Erdreich mit seinen
eigenen Werkzeugen schaffen kann, die Kilometer lang sein kann?
Können wir mit unseren eigenen Händen oder Zähnen ein solch
wunderbares Labyrinth schaffen?
Einige interessante Links zum Thema Schönheit:
Beauty is in the eye of the beholder (Die Schönheit liegt im Auge des
Betrachters)
Theories of Beauty to the mid-nineteenth century, Dictionary of the
History of Ideas
Face Research
Aber diese Tiere sind wider jede Natur!
Aha, der Nacktmull mit seinen 4 Millionen Jahren ist wider jede
Natur, weil er keine Haare hat.
Und trotzdem steht der Nacktmull auf der
Liste der schützenswerten Rassen mit der Nummer IUCN 9987. Warum
dann? Welchen Nutzen haben wir von diesem Tier?
Müssen Hunde ein Fell haben? Oder sind wir es nur einfach so
gewohnt?
Bedeuten mehr als 3000 Jahre Überleben Nichts?
Sind diese Hunderassen nicht ein schützenswertes Kulturgut?
Zählt es Nichts, dass diese Hunde die Hunde der Azteken und Inka
waren, deren Bauwerke wir mühsam konservieren und nach deren Städten
wir heute suchen?
Müssen Katzen ein Fell haben? Oder sind wir es nur einfach so
gewohnt?
Wie können wir entscheiden, dass in Russland natürlich auftretende
Mutationen bei uns weniger wert sein sollen und daher bei uns nicht
existieren dürfen?
Wie können wir entscheiden, dass in Kanada natürlich auftretende
Mutationen bei uns weniger wert sein sollen und daher bei uns nicht
existieren dürfen?
Ist es nicht erschreckend und bezeichnend für uns heute, dass wir es
wagen, natürlich vorkommenden Mutationen ihre Daseinsberechtigung
absprechen zu wollen?
Ruft eine solche Einstellung, über die Daseinsberechtigung und damit
auch über Reproduktion und Evolution einfach so entscheiden zu wollen,
nicht gewisse Erinnerungen in uns wach an Zeiten, die wir eigentlich
schon längst überwunden haben sollten?
Ist es nicht merkwürdig, dass wir über andere Länder und deren
natürlich vorkommenden Lebewesen einfach so entscheiden wollen, nur
weil wir glauben, nur unsere Sicht der Dinge, der Welt, der Natur,
etc. ist die einzig richtige?
Was ist Natur? Was ist natürlich?
Der Begriff Natur wird heute sehr strapaziert, ohne dass wir genau
darüber nachdenken, was wir unter Natur und natürlich überhaupt
verstehen.
Der Begriff Natur ist sehr mit subjektiven Wert(vor)urteilen belastet,
mit dem überfrachtet, was gerade gesellschaftlich, religiös, politisch
oder umweltpolitisch-ökologisch in ist.
Natur und Kultur - das vom Menschen unbeeinflusst Auftretende,
Vorkommende, nicht vom Menschen Geschaffene und das, was der Mensch
aus Natur macht. Nur eine Erklärung, was Natur sein kann.
Ob der Mensch zur Natur gehört, ist Gegenstand Jahrhunderte langer
wissenschaftlicher und philosophischer Abhandlungen.
So schreibt A. O. Lovejoy, dass er mindestens 66 verschiedene
Bedeutungen von Natur gefunden hat. Oldemeyer schreibt 1983, dass sich
im 20. Jh. die Ansicht durchsetzt, dass Natur nicht als Ganzes zu
sehen ist, sondern als offenes System, wo auch der Mensch mit seiner
Kultur ein Teil davon ist und spricht von integrativem Verständnis.
In der Wissenschaft hat Natur sehr kontroverse Bedeutungen:
Wenn man sich als Naturwissenschaftler begreift, so begreift man
sich als Wissenschaftler, der sich mit der Natur beschäftigt.
Wenn man aber solche Rassen verbietet, dann scheint man sich nur
mit einem Ausschnitt der Natur beschäftigen zu wollen oder scheint sich
der verschiedenen - oft kontroversiellen - Diskussion, was Natur und
was natürlich ist, nicht stellen zu wollen.
Wie kann man bereits nach 40, 20 Jahren ein Urteil über Rassen fällen,
die ohne Zutun des Menschen aufgrund einer spontanen Mutation
entstanden sind und die sich im Sinne der Evolution noch gar nicht
weiterentwickelt haben? Welcher (unreflektierte) Begriff von Evolution
liegt dem zugrunde?
Welcher Naturbegriff liegt einem solchen Verbot zugrunde?
Dies ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt von Fragen, die sich
einfach ergeben, wenn man sich fragt, wie steht man zu Natur, was
versteht man selbst unter Natur, wie will man mit von selbst, ohne
Zutun des Menschen auftretenden Mutationen umgehen.
Vielleicht einige interessante Links zu diesem Thema:
in Vorbereitung.
Diese nackten Tiere haben doch so viele Defekte und Probleme.
Kommen wir auf die Problematik zurück, über die wir bereits im 1.
Teil und 2. Teil geschrieben haben.
Die nackten Hunde und Katzen sind angeblich anfällig für Sonnenbrand
und können schwere Hautverletzungen erleiden.
Zitat aus dem Gutachten zur Auslegung des § 11 des
Tierschutzgesetzes vom 02.06.1999, Sachverständigengruppe Tierschutz
und Heimtierzucht, Hrsg. vom BMELF, Bonn, Januar 2000 (im folgenden
kurz als "Gutachten" bezeichnet)
Seite 21:
"Die Hunde haben eine sehr empfindliche Haut (Sonnenbrand,
Verletzungen, Fliegenbefall im Sommer, Allergien) und zeigen
klimatische Adaptionsstörungen."
Woher und aufgrund welcher Literatur ist man wohl zu dieser Aussage
gekommen?
Sieht man sich die Literaturliste in diesem Gutachten dazu an, findet
man keinen Artikel zum Thema Sonnenbrand zitiert, um diese Behauptung
zu untermauern.
Generell: Der jüngste Artikel, der sich mit Defekten bei nackten
Hunden beschäftigt - auch bezogen auf das Datum der Erstellung des
Gutachtens, stammt aus dem Jahr 1987, ist also zum Zeitpunkt der
Erstellung des Gutachtens bereits 12 Jahre alt.
Interessant ist, dass die Untersuchungen von Tohru Kimura und Kunio
Doi zum Thema Sonnenbrand aus den Jahren 1994 - 1998 nicht angeführt sind. Diese
Untersuchungen lagen zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens
bereits 4 Jahre vor. Dies hat Etwas mit wissenschaftlicher Korrektheit
zu tun.
Kimura T, Doi K: Dorsal skin reactions to sunlight and artificial
ultraviolet light in hairless descendants of Mexican hairless dogs.
Exp. Anim. 44(4), 293-299, Oct. 1995
Seite 299:
"Histologically, as reported previously (1994), the dermatological
characteristics of hairless dogs are obviously different from those of
nude mice and other hairless animals (Anm.: Es wird hier auf die
Literatur über nackte Mäuse Bezug genommen).
In conclusion, it was clarified in the present study that the
degree of severity of dermatological changes in hairless dogs depended
on the kind of UV light source. That is, solar exposure provoked
remarkable pigmentation while artificial UV irradiation brought about
severe sunburn reaction in the skin of hairless dogs."
In Deutsch:
Histologisch, wie bereits früher berichtet (1994), sind die
dermatologischen Eigenschaften bei haarlosen Hunden offensichtlich von
denen der Nacktmäuse und anderer nackter Tiere verschieden.
Zusammenfassend konnte in der vorliegenden Studie geklärt werden,
dass der Grad der Schwere dermatologischer Veränderungen bei haarlosen
Hunden von der Art der Quelle des UV-Lichts abhängt. Das bedeutet, dem
Sonnenlicht ausgesetzt zu sein, verursachte eine bemerkenswerte
(signifikante) Pigmentierung, die Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht
verursachte jedoch schwere Sonnenbrandreaktionen in der Haut der
haarlosen Hunde.
Ob dies auch für die Nacktkatzen zutrifft, dass deren Haut anders
ist als die der Nacktmäuse?
Wird im Gutachten auf haarlose Hunde Bezug genommen, die im
Sonnenstudio waren??
Traurig ist nur, dass diese Meinung des Gutachtens auf vielen
Webseiten kritiklos und, ohne sie weiter zu hinterfragen, übernommen
und verbreitet wird.
Die nackten Hunde zeigen laut Gutachten klimatische
Adaptionsstörungen.
Vorab zur sprachlichen Formulierung:
Das Klima selbst hat sicher keine Anpassungsschwierigkeiten, was hier
wohl gemeint ist, dass die Hunde Störungen bei der Anpassung an
klimatische Verhältnisse oder Veränderungen zeigen.
Die Nackthunde kommen in verschiedenen Kontinenten und unter sehr
verschiedenen klimatischen Verhältnissen vor, wenn man ihre Geschichte
genau studiert. Siehe
dazu Teil 1!
Die Nacktkatzen stammen aus Kanada-Ontario, Amerika-Minnesota,
Russland-Rostov-na-Donu und Russland-St. Peterburg und ebenfalls aus
sehr unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen.
Siehe dazu Teil 2!
Hat man sich bei der Erstellung des Gutachtens die Verbreitung und
das ursprüngliche Habitat der nackten Hunde und Katzen angesehen?
Hätten die nackten Hunde tatsächlich Schwierigkeiten mit klimatisch
anderen Bedingungen, warum haben sie dann mehr als 3000 Jahre
überlebt?
Dies sind nur einige Überlegungen, die das Gutachten in dieser
Aussage bereits widerlegen.
Wie sagt man so schön in der Mathematik, eine Aussage ist nur so lange
gültig, bis ein einziger anderer Sachverhalt angeführt werden
kann.
Reinerbige Nackthunde vererben den semilethalen Defekt, dass
die Welpen rund um die Geburt sterben.
Zitat aus dem Gutachten, Seite 21:
"Für das Nacktgen homozygote Tiere sind nicht lebensfähig und
sterben perinatal."
Als Literatur werden drei Studien aus den Jahren 1934, 1970 und
1985 angeführt. Die jüngste Studie ist zum Zeitpunkt der Erstellung
des Gutachtens 14 Jahre alt.
Was heißt perinatal?
Definition aus dem Medizinischen Wörterbuch von
MedicineNet.com:
Perinatal: Pertaining to the period immediately before and
after birth.
The word "perinatal" is a hybrid of the Greek "peri-" meaning "around
or about" and "natal" from the Latin "natus" meaning "born."
Das heißt, homozygote Nackthunde sterben rund um die Geburt, also
kurz vor der Geburt oder kurz nach der Geburt.
Oder ist hier etwa pränatal gemeint?
Liest man den im Gutachten zitierten Artikel von Robinson, dann
kann man hier folgendes lesen:
The Journal of Heredity 76:217-218. 1985
Roy Robinson: Chinese crested dog
Seite 218
"The lethality of HrHr probably occurs prenatally since
Chinese crested breeders do not seem to be troubled with extraordinary
perinatal anomalies, still-births, or death of young pups."
In Deutsch:
Die Sterblichkeit bei HrHr erfolgt wahrscheinlich pränatal, da die
Züchter von Chinese Crested keine Probleme mit ungewöhnlichen
perinatalen Anomalien, Totgeburten oder dem Tod junger Welpen zu haben
scheinen.
Robinson schreibt also, dass der Letalfaktor pränatal und nicht
perinatal ist.
Aus der oben zitierten Aussage des Gutachtens muss man nämlich
ableiten, dass zwar lebende Jungtiere geboren werden, diese aber sehr
früh sterben. Das impliziert nämlich das Wort "nicht lebensfähig".
Dies zur wissenschaftlichen Genauigkeit des Gutachtens, dass hier
tendenziell etwas impliziert wird - so als würden Jungtiere aufgrund
irgendwelcher Anomalien kurz nach der Geburt sterben, was in der
zitierten Literatur nicht so steht und nicht zu finden ist.
Nackthunde zeigen ektodermale Dysplasien.
Was heißt ektodermal? Was ist eine Dysplasie?
Ektodermal bezieht sich auf das Ektoderm = "das äußere Keimblatt
des Embryoblasten der Säuger und des Menschen. Aus ihm geht die Anlage
des Zentralnervensystems und der Sinnesorgane hervor, ferner die Haut
und ihre Anhangsgebilde".
Eine ektodermale Dysplasie ist eine "erbliche
Entwicklungsstörungen aller oder nur einzelner aus dem Ektoderm sich
entwickelnder Organe; Fehlbildungen und Funktionsstörungen
unterschiedlicher Form, z.B. der Schweißdrüsen oder der Talgdrüsen,
der Haut, der Haare (Hypotrichosis), der Zähne, Nase, Augen,
des äußeren Ohres; auch Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns und
Intelligenzdefekte".
Definition aus: Roche Lexikon Medizin, 4.Auflage; © Urban & Fischer
Verlag, München 1984/1987/1993/1999.
Online
Lexikon.
Zitat aus dem Gutachten, Seite 21:
"Nackthunde sind für das Nacktgen heterozygot. Sie zeigen
regelmäßig schwerwiegende Gebissanomalien: meist fehlen die Prämolaren
(Backenzähne), häufig auch Canini (Fangzähne) oder Incisive
(Schneidezähne)."
Zur Bestätigung werden zwei Studien angeführt, eine aus dem Jahr
1971 und eine aus dem Jahr 1974.
Trotzdem gibt es eine neuere Studie, die man in diesem Gutachten
ebenfalls hätte anführen müssen:
Monreal AW, Ferguson BM, Headon DJ, Street SL, Overbeek PA, and Zonana
J, 1999. Mutations in the human homologue of mouse dl cause autosomal
recessive and dominant hypohidrotic ectodermal dysplasia.
Nature Genet 22:366–369.
Dies zur wissenschaftlichen Gründlichkeit.
Mittlerweile konnte ein Gen, das den spärlichen Fellwuchs und
Anomalien im Gebiss bei Chinese Crested Dog bewirkt, durch DNA-Analyse
markiert werden:
Journal of Heredity 2005:96(7):727–734
Genetic Mapping of Canine Multiple System Degeneration and Ectodermal
Dysplasia Loci
Dennis P. O’Brien, Gary S. Johnson, Robert D. Schnabel, Shahnawaz
Khan, Joan R. Coates, Gayle C. Johnson, and Jeremy F. Taylor
"Chinese Crested dogs with CED have marked abnormalities of their
teeth and hair coat. Their nails, however, appear normal. In dogs,
sweat glands occur only on the foot pads. To our knowledge, sweat
glands have not been evaluated in dogs with CED.
The ‘‘hairless’’ crosses also have abnormal dentition.
CED controls the distribution of hair on the body but not the
characteristics of the hair shaft."
In Deutsch:
Chinese Crested Dogs mit CED haben bestimmte Abnormitäten ihrer Zähne
und ihres Fellkleides. Ihre Krallen, wie auch immer, erscheinen
normal. Bei Hunden kommen Schweißdrüsen nur auf den Fußballen vor.
Nach unserem Wissensstand wurden die Schweißdrüsen bei Hunden mit CED
nicht ausgewertet.
Die "haarlosen" Kreuzungsergebnisse haben auch Abnormitäten im Gebiss.
CED steuert die Verteilung der Haare am Körper, nicht jedoch die
Eigenschaften des Haarschafts.
Die Studie untersuchte Chinese Crested und Kreuzungen mit Kerry
Blue Terrier im Hinblick auf schwere Störungen im Gehirn, die zu
Bewegungsstörungen führen, was als Canine Multiple System Degeneration
(CMSD) bezeichnet wird und bereits beim Kerry Blue Terrier gefunden
wurde. Als Nebenprodukt der Studie konnte das oben zitierte Gen CED
lokalisiert werden.
Bevor Sie voreilige Schlüsse ziehen, CMSD hat nichts mit der
Nacktheit zu tun. Die Studie wollte untersuchen, ob es Parallelen im
Gen-Locus bezüglich der CMSD, wie er beim Kerry Blue Terrier
lokalisiert werden konnte, auch bei anderen Hunderassen gibt.
Jede Rasse hat erbliche Defekte - Daher: Alle Rassen gehören
verboten.
Abschließend eine generelle Anmerkung:
Je weiter die Wissenschaft, vor allem die DNA-Analyse und die
Genomprojekte bei Hunden und Katzen fortschreiten, umso mehr erbliche
Defekte werden gefunden. Und dabei ist keine Hunderasse oder
Katzenrasse ausgenommen.
Dies ist wie beim Menschen, umso mehr die Wissenschaft erforscht, umso
mehr schwere Defekte werden gefunden und die zugehörigen Gene
identifiziert.
Und genau daran muss man das Gutachten messen, welches hier nur
punktuell einige Defekte herausgreift, und sie irgendwie bewertet,
wobei das Klassifikationsschema nicht transparent gemacht wird, daraus
sehr schnell Schlüsse zieht und zur einfachsten aller Lösungen greift,
nämlich einem Zuchtverbot und dies zur Zuchtregel erklärt.
Es ist immer sehr einfach, ein Verbot auszusprechen, anstelle
sich einen Zuchtplan und Zuchtregeln für jede Rasse zu überlegen.
Ebenso behandelt und bewertet das Gutachten Defekte bei den Rassen
sehr unterschiedlich, was wissenschaftlich unlogisch ist.
Es werden keinerlei Begründungen gegeben, weshalb ein Defekt bei einer
Rasse zum Zuchtverbot führt, bei einer anderen Rasse ein Test
empfohlen wird.
Das beste Beispiel für die unlogische und unwissenschaftliche
Klassifizierung von Defekten ist die Taubheit:
So rangiert die Taubheit bei den Hunden unter "Weitere monogen
vererbte Einzeldefekte und Erkrankungen" im Punkt g unter vielen
Punkten (Seite 24), bei den Katzen ist ihr jedoch ein eigenes Kapitel
mit mehreren Seiten gewidmet (Seite 39-42).
Merkwürdig!