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Übliche Augenerkrankungen

Drüsen
Augenlider
Konjunktiva - Nickhaut
Nasolacrimal System (tränende Augen)
Cornea
Uvea
Linse
Augeninnendruck
Retina
Entzündungen
Tapetum lucidum
Albino-Katzen (Siamabzeichen)
Nystagmus

Anmerkung zur Literatur:
Der Zugriff auf die angeführten Journale und Artikel ist leider nicht kostenlos, man muss für jeden Artikel bezahlen.
Wo ein kostenloser Zugang verfügbar ist, ist der Link auf den Volltext angegeben.
Sie finden alle Journale und Artikel, zumindest eine Zusammenfassung, bei:
NCBI, PubMed, wo Sie einfach den Namen der Krankheit als Suchbegriff eingeben.

Störung in den Drüsen

Hagelkorn = Chalazion
Eine Verstopfung der Ausgänge der Meibomschen Drüsen kann zu Hagelkörnern oder Zysten führen.
Die Meibomschen Drüsen sitzen im Rand der Augenlider.

Gerstenkorn = Hordeulum
Entzündung der Mollschen oder Zeisschen Drüsen
Die Mollschen und Zeisschen Drüsen sitzen im Rand der Augenlider.

Vorfall der Nickhautdrüse
Cherry Eye

wegen Schwäche des Bindehautgewebes, wird auch als Cherry Eye (wegen der Farbe wie bei den Kirschen) bezeichnet.

Ursachen:
Sehr gerne erblich bedingt.

Behandlung:
Eine operative Entfernung der Nickkautdrüse ist nicht angezeigt, da das Auge austrocknen kann. Daher wird die Nickhautdrüse fixiert und wieder in ihre richtige Lage gebracht.

Rassen, bei denen ein Vorfall der Nickhautdrüse beobachtet wurde:
Burma

Literatur:

Surgical correction of everted third eyelid in two cats R.A. Albert, P.D. Garrett and R.D. Whitley J Am Vet Med Assoc 180, 1982, pp. 763–766
Congenital ophthalmic abnormalities in the Burmese cat S.A. Koch J Am Vet Med Assoc 174, 1979, pp. 90–91

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Störung in den Augenlidern

Kolobom

Spalt oder teilweises Fehlen im mittleren Drittel des oberen Augenlids.
Meist auch verbunden mit einer sekundären Erkrankung der Cornea.

Symptome:
Dieser Entwicklungsdefekt reicht von einem kleinen Spalt im oberen Lidrand bis zum Fehlen von bis zu 2/3 des oberen Augenlids und der zugehörigen Bindehaut. Der Defekt tritt meist symmetrisch bei beiden Augen auf.

Ursachen:
Es ist ein vererbter Defekt.

Behandlung:
Operation, und zwar Hautlappenplastik, d.h. es wird ein Lappen vom unteren Augenlid zur Reparatur des Spalts verwendet, der bis zur endgltigen Heilung noch mit dem Unterlid verbunden bleibt (=gestielter Lappen, sogenannter Rotationslappen).

Rassen, bei denen vererbbare Kolobome gefunden wurden:
Dieser Defekt tritt häufiger bei Persern, Burma und Hauskatzen auf.

Literatur:

Feline colobomatous syndrome C.L. Martin, J. Stiles and M. Willis Vet Comp Ophthalmol 7, 1997, pp. 39–43
Veterinary Comparative Ophthalmology
Surgical correction of eyelid agenesis in a cat J. Dziezyc and N.J. Millichamp J Am Anim Hosp Assoc 25, 1989, pp. 513–516
Journal of the American Animal Hospital Association
Congenital ophthalmic abnormalities in the Burmese cat S.A. Koch J Am Vet Med Assoc 174, 1979, pp. 90–91
Journal of the American Veterinary Medical Association

Rolllid - Entropium

Die unteren Lider rollen sich nach innen. Sehr schmerzhaft!

Ursachen:
Meist erworben als Folge einer chronischen Augenentzündung.
Ist jedoch auch erblich bedingt.

Behandlung:
Es wird die Methode nach Hotz–Celsus (ellipsenförmiges Ausschneiden) und die halbmondförmige Resektion eines Hautstücks im lateralen Augenwinkel kombiniert.
Angulus oculi (canthus) lateralis ... äußerer (meist spitz) Augenwinkel
Angulus oculi medialis ... innerer (meist rund) Augenwinkel
Resektion ... operative Teilentfernung

Rassen, bei denen ein vererbbares Entropium gefunden wurden:
Perser, Exotic und andere brachycephale Rassen
Brachycephalie: Kurzköpfigkeit

Literatur:
 
Hereditary and congenital ocular disease in the cat, K. Narfström J Feline Med Surg 1, 1999, pp. 135–141
Journal of feline medicine and surgery
Inherited ocular diseases of the dog and cat R.L. Peiffer Compend Contin Educ Pract Vet 4, 1982, pp. 152–166
The Compendium on continuing education for the Veterinary Practitioners
Feline ophthalmology R.L. Peiffer In: K.N. Gelatt, Editor, Veterinary Ophthalmology (ed 1), Lea & Febiger, Philadelphia, 1981, p. 521
The eye S.R. Roberts and D.E. Lipton In: E.J. Catcott, Editor, Feline Medicine and Surgery, American Veterinary Publishing, Santa Barbara, CA, 1975

Ektropium
Die Lider rollen sich nach außen. Eher selten bei Katzen.

Distichiasis

Feine, wimpernartige Haare, welche aus den Talgdrüsen des Lidrandes heraus in Richtung des Auges wachsen. Die fehlgestellten Wimpern wachsen zumeist aus diesen Drüsenöffnungen. Die Distichiasis kann sowohl am Ober- als auch am Unterlid auftreten und kann beide oder nur ein Auge befallen.
Untersucht wird das wache Auge mit einer Spaltlampe.
Verursachen die Wimpern eine ständige Reizung, werden diese operativ unter Vollnarkose entfernt (Verödung, Vereisung, oder bei schwerer Distichiasis werden die Lidränder beschnitten).

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Störung der Bindehaut (Konjunktiva)

Konjunktivitis = Bindehautentzündung

Sie tritt bei Reizungen auf (z.B. durch Fremdkörper) oder kann durch Infektionen verursacht werden.

Vorfall (Prolaps) der Nickhaut

Haws Syndrom
Tritt spontan an beiden Augen auf, stammt oft von einer milden Magen- oder Darminfektion durch Rotaviren oder durch Parasiten.
Eine genaue Ätiologie (Erforschung der Ursachen und Herkunft, ob erworben oder angeboren) ist nicht bekannt.

Horner Syndrom
Ist eine neurologische Erkrankung, die von einer Funktionsstörung des Sympathischen Nervensystems kommt, das viele Drüsenfunktionen und unwillkürliche Reaktionen (Reflexe) steuert. Sie tritt oft nur auf einem Auge auf.
Folge davon ist, dass die Katze in der Nacht nicht mehr gut sehen kann.

Vorfall der Nickhaut bei Enophthalmus

Der unwillkürliche Vorfall der Nickhaut, i.e. automatischer Vorfall, tritt bei  Katzen auch immer beim Einsinken des Augapfels (=tiefliegende Augen, Enophthalmus) in die Augenhöhle auf.

Zu beobachten bei sehr extremen Siam, die besonders schlitzartige Augen haben.

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Störung des Nasolacrimal-Systems

naso- ... sich auf die Nase beziehen
lacrimalis ... Latein; zum Tränenapparat gehören

Epiphora = Tränende Augen, Rinnaugen

Ständiges Überlaufen der Tränenflüssigkeit über den unteren Lidrand, was in Folge zu diversen bakteriellen Entzündungen führen kann.

Ursachen:
Die Tränenkanälchen können geknickt sein, oder auch völlig fehlen.
Ebenso ist meist das Tränenpünktchen (Punctum lacrimale) deformiert.
Meist sind das obere Punctum und Tränenkanälchen betroffen.
Punctum lacrimale ... Eintrittsöffnung des Tränenkanälchens.

Behandlung:
Operation. Meist wird eine künstliche Ableitung in den Nasen-Rachenraum gelegt.

Rassen, bei denen vererbbare Epiphora gefunden wurde:
Perser, Exotic, und andere brachycephale Rassen mit prominenten zu großen Augen.
Brachycephalie: Kurzköpfigkeit

Literatur:

Feline Ophthalmology, An Atlas and Text K.C. Barnett and S.M. Crispin WB Saunders, London, 1998, pp 35, 178
Feline ophthalmology C.L. Martin Proceedings, 13th Kal Kan Symposium, The Ohio State University, Columbus OH, 1989, pp. 61–72
Feline ophthalmology M.P. Nasisse K.N. Gelatt, Editor, Veterinary Ophthalmology (ed 2), Lea & Febiger, Philadelphia, 1991, pp. 529–575

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Störung der Hornhaut (Cornea)

Kornea nigra, Hornhautsequester
oder Korneanekrose, nekrotisierende Keratitis, Hornhautmumifikation

ist eine Koagulationsnekrose im Stroma der Kornea, d.h. das Eiweiß der Stroma gerinnt (Koagulation) und die Zellen sterben ab (Nekrose).
Stroma ... eine Schicht der Hornhaut

Symptome:
Es bildet sich zuerst braune Flecken auf der Hornhaut, die später schwarz werden, was durch das Absterben von Zellen der Stroma entsteht. Es ist dies eine ständige Reizung (Irritation) und mit Schmerzen verbunden. Ferner ist es eine Quelle für diverse Infektionen.
Mit fortschreitender Krankheit bilden sich Ödeme in der Kornea und es kommt zu Gefäßneubildungen (Vaskularisation) an der Oberfläche der Kornea.
Ödem ... Gewebswassersucht, Ansammlung aus dem Gefäßsystem ausgetretener serumhaltiger Flüssigkeit in den Gewebsspalten

Ursachen:
Die genaue Ursache ist nicht bekannt, doch tritt der Hornhautsequester auch im Zusammenhang mit Herpesinfektionen auf, wobei dieser jedoch im Vergleich zur Brachycephalie eine geringere Rolle spielt.
Rassen mit flacher Augenhöhle und prominenten Augen scheinen anfälliger zu sein. So ist z.B. die Lidspalte bei Persern um 1mm größer als bei anderen Rassen. Auch ist die Sensitivität der Hornhaut bei Persern herabgesetzt im Vergleich zu anderen Rassen.

Behandlung:
Mit Medikamenten (antibakteriell, und mit künstlicher Tränenflüssigkeit), da der Sequester manchmal im Wachstum stehen bleibt.
Durch Operation bei schmerzhaftem und schnell wachsendem Sequester, indem dieser entfernt wird.

Rassen, bei denen Hornhautsequester beoachtet wurde:

bulletHimalayan = Colourpoint 35%
bulletPerser 35%
bulletSiam 15%
bulletHauskatzen 10%
bulletAbessinier 5%

Literatur:

Feline corneal sequestra A review of 64 cases (80 eyes) from 1993 to 2000 H.J. Featherstone and J. Sansom Vet Ophthalmol, Jul-Aug 7(4), 2004, pp. 213–227
Feline corneal sequestrum Laboratory analysis of ocular samples from 12 cats H.J. Featherstone, V.J. Franklin and J. Sansom Vet Ophthalmol 7, 2004, pp. 229–238
A comparison of corneal sensitivity between healthy cats and cats with corneal sequestra F. Wagner, A. Meyer-Lindenberg and H.J. Heider et al. Berlin-München, Tierärztliche Wochenschrift 116, 2003, pp. 427–431
Palpebral fissure length in the dog and cat F.C. Stades, M.H. Boevé and A. van der Woerdt Prog Vet Compar Ophthalmol 2, 1992, pp. 155–161
A comparison of corneal sensitivity between brachycephalic and domestic short-haired cats T. Blocker and A. van der Woerdt Vet Ophthalmol 4, 2001, pp. 127–130
Corneoconjunctival transposition for the treatment of feline corneal sequestra A retrospective study of 17 cases (1990–1998) S.E. Andrew, S. Tou and D.E. Brooks Vet Ophthalmol 4, 2001, pp. 107–111
Lamellar keratoplasty for the treatment of feline corneal sequestrum M.T. Pena-Gimenez and I.M. Farina Vet Ophthalmol 1, 1998, pp. 163–166
Use of nested polymerase chain reaction to identify feline herpesvirus in ocular tissue from clinically normal cats and cats with corneal sequestra or conjunctivitis J. Stiles, M. McDermott and D. Bigsby et al. Am J Vet Res 58, 1997, pp. 338–342
The role of feline herpesvirus-1 (FHV-1) in the pathogenesis of corneal sequestration and eosinophilic keratitis M.P. Nasisse, H. Lao and Y.J. Wang et al. Proceedings, 27th Scientific Meeting of the American College of Veterinary Ophthalmologists, American College of Veterinary Ophthalmologists, Maui, HI, 1996, p. 80.

 

Hornhauttrübung aufgrund Lysosomaler Speicherkrankheit

Ursachen:
Die Trübung der Hornaut kann aufgrund folgender Speicherkrankheiten auftreten: Mucopolysaccharidose I, VI, und VII; GM1- und GM2- Gangliosidose; α-Mannosidose, und Mucolipidose II.

Literatur:
Siehe Artikel über GM-Gangliosidose.

Hornhautdystrophie
oder Kornealipidose

Dystrophie ... durch Mangel- oder Fehlerversorgung bedingte Störung und Veränderung des ganzen Organismus bzw. nur einzelner Körperteile oder Gewebe (z.B. die Störung infolge einer Störung der Gefäß- und/oder Nervenversorgung

Hornhautdystrophie ist meist eine Störung im Epithelium und/oder im Stroma, beides Schichten der Hornhaut.
Die Störung tritt meist auf beiden Augen auf und wird nicht durch eine Infektion oder eine sonstige systemische Krankheit verursacht.

Symptome:
Können verschieden sein.
Fettablagerungen, verbunden mit Calcium, unter der Oberfläche, die als weißliche, silberne oder graue Flecken unter der Oberfläche erscheinen, die nicht entzündet und nicht schmerzhaft sind. Diese Flecken wachsen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Es können Ödeme auftreten, oder eine bläsenartige Veränderung der Hornhaut.
Ödem ... Gewebswassersucht, Ansammlung aus dem Gefäßsystem ausgetretener serumhaltiger Flüssigkeit in den Gewebsspalten.

Ursachen:
Meist werden diese Dystrophie in einer bestimmten Linie vererbt (familiär).

Behandlung:
Bei Ablagerungen, wenn diese nicht rasch voranschreiten, mit Augentropfen, die das Calcium binden.
Andernfalls operative Entfernung.

Rassen, bei denen eine Hornhautdystrophie beoabachtet wurde:
Manx, Hauskatzen

Literatur:

Corneal Diseases of Dogs and Cats John S. Sapienza, DVM, Diplomate, American College Of Veterinary Ophthalmologists
Plainview, New York, USA
27. WSAVA-Kongress, Granada, 2002
Spanish Small Animal Veterinary Association
Corneal dystrophies in small animals. S.M. Crispin M.E. Raw and T.J. Parkinson, Editors, The Veterinary Annual (22nd ed), Blackwell Scientific Publications, Oxford, 1982, pp. 198–310.
Hereditary corneal dystrophy in the Manx cat A preliminary report S.I. Bistner, G. Aguirre and J.N. Shively Invest Ophthalmol Vis Sci 15, 1976, pp. 15–26
Investigative ophthalmology & visual science

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Störung in der Uvea

Die Uvea umfasst: Iris, Ziliarkörper und Choroidea.

Klein-Waardenburg Syndrom

Tritt im Zusammenhang mit Heterochromie (also bei odd-eyed) bei weißen Katzen auf und geht einher mit Taubheit. Unterschiede in der  Pigmentierung der Choroidea und des Pigmentepithels der Retina können ebenfalss gleichzeitig auftreten. Die erforderliche Pigmentierung, insbesondere in der Stria vascularis ist degeneriert.

Ursachen:
Genetisch vererbt, gekoppelt an das dominante Gen W für Weiß und an Heterochromie.

Rassen, bei denen das Klein-Waardenburg Syndrom beobachtet wurde:
Odd-eyed weiße Katzen aller Rassen.

Chediak-Higashi Syndrom

Blasse Färbung der Iris. Die Iris erkrankter Katzen ist dünn und zeigt ein Muster wie ein Korbgeflecht.

Symptome:
Die Iris erkrankter Katzen ist eher gelb-grün als kupferfarben oder gelb wie bei gesunden Katzen.

Rassen, bei denen das Chediak-Higashi Syndrom beobachtet wurde:
Die Erkrankung wurde nur bei blau-smoke Persern festgestellt.

Literatur:

Ocular manifestations of the Chediak-Higashi syndrome in four species of animals L.L. Collier, G.M. Bryan and D.J. Prieur J Am Vet Med Assoc 175, 1979, pp. 587–590

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Störung in der Linse

Persistierende hyperplastische Tunica vasculosa lentis
oder persistierende Pupillarmembran (PPM) oder Membrana pupillaris persistens (MPP)

Persistierend ... fortbestehend
hyperplastisch ... mit Schleimhautwucherungen

In der Pupillarmembran sind oft Gefäßreste aus der Embryonalentwicklung rund um die Linse herum enthalten. Sie gehen von der Regenbogenhaut aus und ziehen zu anderen Bereichen der Regenbogenhaut und überspannen so die Pupille (das Sehloch). Oder sie ziehen zur Hornhaut oder zur Linse und führen dort zu Trübungen. Normalerweise bilden sich diese embryonalen Gefäße in den ersten Lebenswochen zurück.

Symptome:
Bei erkrankten Katzen bleiben Reste der Gefäße der Pupillarmembran bestehen. Diese Gefäßreste gehen oft mit Trübungen der Linse oder Erkrankungen des Glaskörpers und der Netzhaut einher. Je nach Ausprägung wird die Erkrankung in Grad 1-6 eingeteilt, wobei ab Grad 2-6 eine Zucht unterbleiben sollte.
Manchmal können die Gefäßstränge so fein sein, dass man sie nur mit einem Vergrößerungsglas sehen kann.

Ursachen:
Nicht bekannt.

Behandlung:
Eine Therapie gibt es nicht, nur in wenigen ausgewählten Fällen kann eine Operation der Linsentrübung sinnvoll sein.

Literatur:
Bei Hunden ist die PPM bei einigen Rassen erblich bedingt, bei Katzen gibt es keine klaren Aussagen und sehr wenig Literatur.

Congenital and Hereditary Ocular Abnormalities in Cats Mary B. Glaze DVM, MS, Diplomate ACVO Clinical Techniques in Small Animal Practice Volume 20, Issue 2 , May 2005, Pages 74-82 Feline Ophthalmology

 

Grauer Star = Katarakt

ist eine Trübung der Linse.
Dies kann auch zu völliger Erblindung führen.
Der Katarakt kann auf einem oder beiden Augen auftreten.

Symptome:
Da die Linse hinter der Iris ist, sieht man weiße Flecken in der Pupille, die die gesamte Pupille ausfüllen können, je nach Schwere der Erkrankung.

Ursachen:
Es gibt verschiedene Ursachen, wie Diabetes mellitus, chronische Augenentzündungen, Verletzungen, oder eine Störung in der Netzhaut, aber auch erblich bedingt.
Primäre Katarakte (kongenital vererbt) sind selten.
Meist ist der Katarakt sekundär erworben.

Behandlung:
Es gibt keine Behandlung durch Medikamente, sondern nur durch Operation.
Wird die Linse entfernt, dann wird, wie beim Menschen,  eine künstliche Linse eingesetzt. Zur Entfernung der Linse wird die Technik der Phakoemulsifikation angewandt.
Phakeomulsifikation ... Zerstörung der Linse durch Ultraschall und Absaugen der flüssigen Trümmer.
Nach der Operation muss die Katze einen Plastikkragen tragen, damit sie sich nicht an den Augen krazt, und erhält über mehrere Wochen Augentropfen.

Rassen, bei denen vererbbare Katarakte gefunden wurden:
Die Autoren gehen davon aus, dass es ein autosomal rezessiv vererbtes Merkmal ist. (Literatur siehe unten)
Perser, Himalayan, Britisch Kurzhaar, Birma

Literatur:

NCBI, Suchbegriff: cataract in cats    
OMIA, OMIA ID: 000168    
Erbliche Augenkrankheiten bei Katzen DOK (Dortmunder Kreis)  
Congenital and Hereditary Ocular Abnormalities in Cats Mary B. Glaze DVM, MS, Diplomate ACVO 2005, Clinical Techniques in Small Animal Practice Volume 20, Issue 2 , May 2005, pages 74-82 Feline Ophthalmology
Hereditary cataract in Himalayan cats Rubin L.F. 1986, Feline Practice 16:14-15
Posterior nuclear cataracts in two Birman kittens, K. Schwink 1986, Feline Practice 16, pp. 31–33.
Hereditary cataracts in the British Shorthair cat N.I. Irby 1983, presented at the Genetics Workshop, 14th Annual Scientific Program of the American College of Veterinary Ophthalmologists, Chicago IL
Congenital cataracts in a Persian kitten R.L. Peiffer and K.N. Gelatt 1975, Vet Med Small Animal Clinic 70, pages 1334–1335
Cataracts in the cat Peiffer RL, Gelatt KN 1974, Feline Practice 4:34-38

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Störung des inneren Augendruckes

Zu hoher Augeninnendruck

Das Kammerwasser (produziert vom Ziliarkörper) ist für den Augendruck zuständig. Wenn der Abfluss gestört ist (z.B. bei einem Glaukom), dann steigt der Augeninnendruck, wodurch ein Druck auf die Retina und den Sehnerv entsteht und das Sehen schwer beeinträchtigt wird.

Glaukom = Grüner Star

Ein Glaukom ist die Erhöhung des Augeninnendruckes (höher als 14 mmHg) in einem oder in beiden Augen. Wenn der Abfluß für das Kammerwasser im Kammerwinkel blockiert ist, wird das Gleichgewicht in den Augenkammern gestört und der Augeninnendruck erhöht.

Primäres Glaukom

bulletWeit- oder Offenwinkelglaukom (Glaucoma simplex)
ohne Einengung des Kammerwinkels (= Angulus iridocornealis), aber Verdickungen im Trabekelwerk.
bulletEngwinkelglaukom (Glaucoma acutum congestivum, Glaucoma chronicum congestivum)
mit Einengung des Kammerwinkels, die Iris wölbt sich vor das Trabekelwerk.

Ursachen:
Eine sehr gebräuchliche Ursache für ein primäres Glaukom ist ein deformierter Kammerwinkel, ist erblich bedingt.

Sekundäres Glaukom

Sekundär bedeutet, das Glaukom wurde infolge anderer Erkrankungen erworben.

Ursachen:
Eine häufige Ursache ist die Veränderung der Linsenposition (Linsenluxation), bei der die Linse teilweise oder ganz von den Zonularfasern gerissen ist und "frei" im Auge herumschwimmt. Dies verursacht eine Veränderung im Glaskörper (Vitreus) und kann so die Ursache für eine Verstopfung im Kammerwinkel sein, was zur Erhöhung des Augeninnendruckes führt.
Auch chronische Entzündung im Inneren des Auges, Verletzungen und Tumore können sekundäre Glaukome verursachen.

Angeborenes Glaukom

Es ist eine primäre Fehlbildung des Kammerwinkels vorhanden. Das Trabekelwerk ist nicht angelegt bzw. wird durch embryonale Membranen verlegt. Es kommt von Geburt an zu einer Abflußstörung des Kammerwassers.

Ursachen:
Sehr oft vererbt.

Symptome für alle Glaukome:
Anfangs sieht der Besitzer eher diffuse Anzeichen.
Tränende, leicht gerötete Augen, die Katze kneift das Auge zusammen und ist teilweise lichtscheu. Einige Katzen versuchen sich mit den Pfoten an dem Auge zu kratzen. Andere Katzen sind aufgrund der Schmerzen apathisch, schlafen viel und zeigen einen verminderten Appetit.
Die Hornhaut des Auges wird milchig trüb und die Pupille zieht sich bei Lichteinfall nicht mehr zusammen.
Glaukome sind sehr schmerzhaft!

Behandlung:
Die Untersuchung erfolgt mit dem Gonioskop (Gerät zur Untersuchung des Kammerwinkels).
Zuerst erhält die Katze verschiedene Augentropfen und/oder Tabletten, die die Produktion des Kammerwassers verringern, entzündungshemmend sind und den Abfluss des Kammerwassers im Kammerwinkel fördern.
Bei einer Linsenluxation wird die losgelöste Linse operativ aus dem Auge entfernt.
Bei anderen Ursachen kann die Zerstörung des Ziliarkörpers (wo das Kammerwasser produziert wird) durch Lasertherapie (Cyclophotokoagulation) oder der Vereisung (Zyklokryotherapie) des Auges eine Reduktion des produzierten Kammerwassers bringen und damit den Augeninnendruck senken. Alle Operationen werden unter Vollnarkose durchgeführt.
Cyclophotokoagulation (CPC): Von außen durch die Lederhaut wird der Ziliarkörper in dem Bereich koaguliert, der das Kammerwasser bildet. Damit wird die Kammerwasserbildung reduziert und der Augeninnendruck gesenkt.

Rassen, bei denen Glaukome festgestellt wurden:
Burma, Siam
Extreme Rassen mit sehr kurzer Nase, wie Perser und Exotic, sind durch angeborene Fehlbildungen im Kammerwinkel anfälliger für Glaukome.

Literatur:

Congenital glaucoma in the Siamese cat: A new spontaneously occurring animal model for glaucoma research G.J. McLellan, D. Betts and K. Sigle et al. In 2004 Proceedings, 35th Annual Conference of the American College of Veterinary Ophthalmologists, ACVO, Washington, DC, 2004, p. 36
Primary glaucoma in Burmese cats E.C. Hampson, R.I. Smith and M.E. Bernays Aust Vet J. , 2002 Nov; 80(11): pp. 672-80
Australian Veterinary Journal
Feline Ophthalmology K.C. Barnett and S.M. Crispin WB Saunders, An Atlas & Text. London, 1998
Congenital glaucoma and iridoschisis in a Siamese cat A. Brown, R. Munger and R.L. Peiffer Vet Comp Ophthalmol 4, 1994, pp. 121–124
Veterinary Comparison Ophthalmology
Atlas of Feline Ophthalmology K.L. Ketring and M.B. Glaze Veterinary Learning Systems, Trenton, NJ, 1994
Glaucoma in the dog and cat D. Brooks Vet Clin North Am 20, 1990, pp. 775–797
The Veterinary Clinics of North America
The causes of glaucoma in cats B.P. Wilcock, R.L. Peiffer and M.G. Davidson Vet Pathol 27, 1990, pp. 35–40
Veterinary Pathology

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Störung der Netzhaut (Retina)

Taurindefizit

Katzen können Abnormitäten der Retina entwickeln, wenn sie ein Defizit an Taurin (eine Aminosäure) haben.
Taurin ist ein Wachstumfaktor für die Entwicklung der Retina.

Progressive Retinal Atrophie (PRA)
früher allgemeine PRA genannt

PRA ist eine Gruppe von Erbanlagen, die eine fortschreitende Verkümmerung der Sehzellen der Netzhaut und des Sehvermögens bewirkt. Sie sind das Gegenstück in der Tiermedizin zur Retinitis Pigmentose beim Menschen.
Es gibt verschiedene Arten von PRA.

Symptome:
Die ersten Anzeichen bei typischer PRA ist der Verlust der stäbchenförmigen Photorezeptoren (Sehzellen), was zuerst zu Nachtblindheit führt. Es folgt eine langsamerer Verlust der kegelförmigen Photorezeptoren, was zu fortschreitendem Sehverlust bei Tageslicht führt. Bei fortgeschrittenem Stadium kann der Besitzer eine Erweiterung der Pupillen und einen eigenartig starren Blick beobachten. Als Sekundärerscheinung des Sehverlustes kann im späteren Stadium der langsamer fortschreitenden PRA noch der graue Star hinzukommen.

Rassen, die zur Vererbung der PRA neigen:

bulletAbessinier
bulletExotic
bulletPerser
bulletSomali

Eine genauere Beschreibung finden Sie im Artikel über PRA.

Hypertensive Retinopathie

ist eine Verletzung der Retina, verursacht durch zu hohen Blutdruck (Hypertension). Ein gestörter Blutdruck zeigt sich meist in Veränderungen im Auge.

Symptome:
Über 70% der Katzen zeigen vergrößerte und starre Pupillen, oder plötzliche Erblindung oder erhebliche Sehverschlechterung, oft sind sonst keine anderen klinischen Anzeichen vorhanden.
Der hohe Blutdruck dehnt die Blutgefäße, die sich entzünden und anschwellen. Es kommt zu Blutungen (Hämorrhagien) in die Retina, die sich bis in das vordere Auge ausdehen können und den inneren Augendruck erhöhen, wodurch in Folge schmerzhafte Glaukome entstehen können.
ZNS ... Zentralnervensystem

Ursachen:
Es gibt verschiedene Ursachen für zu hohen Blutdruck, Erkrankung der Nieren, der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse, oder zu salzhaltiges Futter, aber auch Herzfehler, Fehler im ZNS oder Diabetes mellitus können Retinopathie verursachen.
 

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Übliche Entzündungen

Uveitis

Entzündung der Uvea. Je nach dem, wo die Entzündung ist, unterscheidet man verschiedene Formen:

Iritis = Entzündung der Iris

Iridozyklitis = Entzündung des mittleren Teiles, also z.B. des Ziliarkörpers

Choroiditis = Entzündung der Aderhaut (=Choroidea)

Folgen solcher Entzündungen können u.a. auch Grauer Star (Katarakt) oder Grüner Star (Glaukom) sein.

Konjunktivitis

Siehe oben bei der Konjunktiva.

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Verkümmerung oder Fehlen des Tapetum lucidum

Tritt bei weißen oder extrem weiß gescheckten Katzen auf (Van-Katzen), meist mit blauen Augen, aber auch bei odd-eyed.

Ein degeneriertes Tapetum lucidum hat auch eine schwere Beeinträchtigung des Dämmerungssehens zur Folge.

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Albino-Katzen

Albinismus

Beim Albinismus fehlt die Pigmentierung völlig, sodass die Iris rötlich oder rosa erscheint. Die fehlenden Pigmente bei dieser Erkrankung sind auch Grund für die Sehbehinderung von Albinos, da die Iris ihre Blendenfunktion nicht erfüllen kann. Das Licht dringt auch durch die Iris selbst auf die Stäbchen der Retina ein, die für geringe Helligkeiten gebaut sein, und führt so zur Blendung und damit zu einer gestörten Entwicklung der Sehfunktion.
Bei Licht erscheinen die Augen dann rot wegen der Reflexion der darunterliegenden Blutgefäße.

Störungen im Chiasma bei Albino-Katzen - Strabismus (Schielen)

Bei Siamkatzen (deren Farbe genetisch zur Albino-Serie des Gens C gehört) kann die Verdrahtung im Chiasma gestört sein, sodass weniger Nervenfasern gekreuzt werden als normal wäre, wie eine Reihe von Wissenschaftlern herausfand. Um dieses Manko im Chiasma zu kompensieren, schielen sie oft (Strabismus).

Literatur:

Artikel in OMIA (Online Mendelian Inheritance in Animals)    
Visual Cortex Defects in Albinos Dmitry G. Diykov The Internet Journal of Ophthalmology and Visual Science, 2005, Volume 3 Number 2

 

Strabismus = Schielen

eine Störung der Sensomotorik des Sehorgans, die Blicklinien beider Augen auf den gleichen Punkt zu richten.

Katzen mit Siamabzeichen sind anfälliger für Schielen.

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Nystagmus = Augenzittern
unwillkürliche, rhythmische Bewegungen des Augapfels; Augenzittern; mit langsamer Bewegung in der einen Richtung und nachfolgender schneller Bewegung in der entgegengesetzten Richtung (der Nystagmus wird nach dieser entgegengesetzten Richtung benannt!), oder aber gleichmäßige-pendelnde Bewegungen (undulierender Nystagmus).
Es wird unterschieden zwischen fein-, mittel- und grobschlägig, lebhafter und träger Nystagmus, zwischen horizontalem, vertikalem, diagonalem und rotatorischem Nystagmus; Pendel- (= oszillatorischer Nystagmus), Dreh-, Spontan-, Lagenystagmus (im Unterschied zum Lagerungs- = Lagewechsel-Nystagmus!).
Physiologisch spricht man von optokinetischem Nystagmus, Einstellungs-, Ermüdungs- und Endstellungs-Nystagmus; pathologisch spricht man vor allem von vestibulärem Nystagmus und Nystagmus bei Schwachsichtigkeit, Nystagmus bei längerem Aufenthalt im Dunkeln (okularer oder optischer Nystagmus).

Nystagmus konnte vor allem bei Siam, in einigen Fällen auch bei Orientalen beobachtet werden.

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