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Augenerkrankungen
Ohrerkrankungen

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Übliche Ohrerkrankungen

Außenohrentzüngung
Mittelohrentzündung
Innenohrentzündung
Verletzungen
Milben
Hämatome
Sonnenbrand
Hauterkankungen
Angeborene Taubheit

Anmerkung zur Literatur:
Der Zugriff auf die angeführten Journale und Artikel ist leider nicht kostenlos, man muss für jeden Artikel bezahlen.
Wo ein kostenloser Zugang verfügbar ist, ist der Link auf den Volltext angegeben.
Sie finden alle Journale und Artikel, zumindest eine Zusammenfassung, bei:

NCBI, PubMed Geben Sie einfach den Namen der Krankheit als Suchbegriff ein.  
Anatomie von Hund und Katze Frewein, J., Vollmerhaus, B. 1994, Blackwell, Berlin
Ear Disorders of Cats (Englisch) Michael Richards, DVM 08/01/2005

Außenohrentzündung (Otitis extena)

Ist eine Entzündung des äußeren Ohrkanals (Gehörkanal).

Symptome:

Die Katze kratzt oder reibt sich häufig die Ohren.
Sie schüttelt oft den Kopf.
Man sieht oder riecht eine anormal vermehrte Ohrschmalzproduktion.
Die Katze hat Scherzen, wenn man die Ohren putzt.

Ursachen:

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entzündung:

bulletAnormal geformte Ohren oder Anatomie
bulletWasser, Schmutz oder Haare im Ohr
bulletAllergien, wie Futterallergie oder Kontaktallergie
bulletTrauma
bulletTumor, wie Plattenepithelkarzinom (bösartiger Haut-, Schleimhautkrebs), Wucherung der Talgdrüsen (Adenom), Adenokarzinom (Krebs der Drüsen)
bulletFremdgegenstände im Ohr
bulletParasiten, wie Milben
bulletAutoimmunkrankheit, wie Lupus, Erythematose oder Pemphigus
bulletHauterkrankung
bulletPolypen
bulletSeborrhea

Behandlung:

Je nach Ursache mit Antibiotika, Antifungiziden, Antiallergenen, Glukocorticoide (Steroide) zur Schmerzlinderung und Infektionsbekämpfung.
Wichtig ist, das Ohr zu säubern, bevor das Medikament ins Ohr gegeben wird, und zwar mit einer Reinigungsflüssigkeit, die beim Tierarzt erhältlich ist.
ACHTUNG: Verwenden Sie keine Wattestäbchen! Diese können die Infektion und das Ohrschmalz noch tiefer in den Ohrkanal bringen.

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Mittelohrentzündung (Otitis media)

Symptome:

bulletHäufiges Kratzen oder Rubbeln am Ohr
bulletÜberproduktion von Ohrschmalz
bulletHäufiges Schütteln des Kopfes
bulletSchräglage des Kopfes
bulletSchmerzen, wenn man den Kopf berührt
bulletSchmerzen beim Öffnen des Mundes
bulletGehörverlust
bulletAppetitlosigkeit, Erbrechen
bulletNystagismus

Komplikationen können Sinusitis (Nebenhöhleneiterung), aber auch Meningitis (Gehirnhautentzündung) sein, aber auch Hefepilze können die Ursache sein. Auch Tumore, Polypen, Parasiten, Trauma können eine mögliche Ursache sein.
Bei Mittelohrentzündung, wenn sie nicht behandelt wird, kann das Trommelfell reißen.

Ursachen:

Mittelohrentzündung wird entweder durch Viren, aber sehr oft durch Bakterien (Streptokokken, Staphylokokken) über den Nasen-Rachenraum verursacht (z.B. bei Katzenschnupfen).
Aber auch eine nicht behandelte Außenohrentzündung kann zu einer Mittelohrentzündung führen.

Behandlung:

Je nach Schwere der Krankheit wird das Ohr mit warmer Salzlösung gespült, das Trommelfell punktiert, um den Druck und Schmerz zu vermindern und eine Drainage gelegt. Die Katze muss 3-6 Wochen Antibiotika erhalten.
Wenn die Entzündung sehr hartnäckig ist, kann auch eine Operation erforderlich sein.

Literatur:

Zur topographischen Anatomie des Gleichgewichts- und Gehörorgans der Hauskatze Hartmann, F. D. 1992, Dissertation der Veterinärmedizinischen Universität München

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Innenohrentzündung (Otitis interna)

Symptome:

Betroffen ist sowohl der Gleichgewichtssinn, als auch der Hörsinn. Die Katzen halten den Kopf schräg (und zwar auf der gesunden Seite!), können nicht aufrecht gehen, meist verbunden mit Nystagmus (ständiges Hin- und Herbewegen der Augen).
Die Gleichgewichtsstörung wird auch diffus als Labyrinthitis bezeichnet.
Es können auch dieselben Symptome wie bei der Mittelohrentzündung auftreten.

Ursachen:

Meist bakteriell verursacht, wenn eine Mittelohrentzündung nicht behandelt wurde.
Achtung: kann ins Gehirn wandern!
Dieselben Ursachen wie bei der Mittelohrentzündung.

Behandlung:

Dieselbe wie bei der Mittelohrentzündung.

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Verletzungen

Verletzungen können durch Biss, Kratzen, Chemikalien, u.v.a.m. entstehen.

Symptome:

Begutachten Sie die Ohren regelmäßig, Verletzungen sind leicht zu sehen.
Nicht behandelte Biss- oder Kratzwunden können sich schnell ernsthaft entzünden.
Bei Katzen treten Entzündungen aufgrund von Verletzungen sehr viel schneller und häufiger auf als wie beim Hund.

Behandlung:

Die Verletzung wird mit Iodin oder Chlorhexidin gereinigt.
Da Biss- und Kratzwunden sehr schmerzhaft sind, seien Sie vorsichtig beim Reinigen, die Katze will Sie unter Umständen beißen.
Ein Breitbandantibiotikum wird zur Vorbeugung gegen Entzündungen verordnet.
Da viele Bisswunden meist mit Pasteurella multocida infiziert sind, wird meist Amoxicillin verordnet.

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Milben (Otodectes cynotis)

Ohrmilben

Symptome:

Die Katze kratzt sich intensiv und oft, sie schüttelt oft den Kopf, oder die Ohren sind fast 'schwarz' und riechen eigenartig.
ACHTUNG: Milben sind sehr ansteckend!
Die Milben sind meist im äußeren Hörkanal, sie können sich jedoch außen auf den Ohren bis über den Rücken hin ausbreiten. Sie können schwere Entzündungen verursachen.
Eine Untersuchung mit dem Otoskop ist unerlässlich, um eine Hefepilzinfektion auszuschließen. Die Milben sind leicht zu sehen, durch das Licht krabbeln sie aus dem Ohrschmalz und bewegen sich.

Behandlung:

Der Tierarzt verschreibt ein flüssiges Antibiotikum, das in die Ohren gegeben wird, z.B. Surolan.
ACHTUNG: Verwenden Sie keine Wattestäbchen, das kann zu Ohrenentzündung führen!
Ist die Haut ebenfalls von Milben befallen, hilft oft ein Flohmittel.

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Aurale Hämatome

Eine mit Blut gefüllte Anschwellung an der Innenseite  der Ohrmuschel.
Ein nicht behandeltes Hämatom kann sich verhärten und zu einem "Blumenkohlohr" führen.

Symptome:

bulletKopfschütteln
bulletAnschwellen der Ohrmuschel

Ursachen:

Die Ursachen sind nicht genau bekannt. Es können auch Milben oder bakterielle Infektionen sein, die zum Kratzen des Ohres führen.

Behandlung:

Punktion mit einer Nadel ist nicht sehr erfolgreich, da sich das Hämatom sehr oft wieder bildet.
Meist bleibt nur eine operative Entfernung als Lösung. Die Wunde bleibt offen, eventuell wird eine Drainage gelegt. Die Katze muss 10-14 Tage einen Kragen tragen, damit sie sich nicht am Ohr kratzen kann.
Meist wird als Vorbeugung gegen eine Entzündung ein Antibiotikum verschrieben.
ACHTUNG: Keinesfalls das Ohr mit einem Wattestäbchen reinigen wollen!

Literatur:

Aural Hematoma (Englisch) American College of Veterinary Surgeons
Abimbola O. Oshin, DVM, William Daly, DVM
8/13/2004

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Sonnenbrand (Solardermatitis)

Symptome:

Am Ohrrand bilden sich Schuppen und der Ohrrand rötet sich, die Haare fallen aus, und bei fortschreitender Krankheit schwillt das Ohr an und es bilden sich Krusten. Die Katze kratzt sich oft an den Ohren.
Vorsicht: Die Solardermatitis kann auch zu einem bösartigen Tumor werden (Plattenepithelkarzinom).

Ursachen:

Katzen mit weißen Ohren sind empfindlich gegen Sonnenlicht, die Ohrmuschel kann einen Sonnenbrand haben oder die Ohrränder können sich entzünden.
Besonders empfindlich sind weiße Katzen mit blauen Augen.

Behandlung:

Vorbeugen ist besser als Heilen, d.h. die Katze während der Mittagszeit (11:00 - 15:00 h) nicht den erhöhten UV-Strahlen aussetzen. Man kann es auch mit Sonnencreme versuchen.

Betroffene Rassen:

Alle Katzen mit weißen Ohren aller Rassen, also alle weiße Katzen, Van-Katzen, Bicolour-Katzen mit weißen Ohren.

Literatur:

Katzenohren und ihre Krankheiten (Deutsch) Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin
Dr. med.vet. Andreas H. Hasler
Katzen Magazin 5/2001

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Ohrdermatitis (Hauterkrankung)

Symptome:

bulletKopfschütteln
bulletKratzen und rubbeln der Ohren
bulletSchmerzen rund um die Ohren
bulletHaarausfall auf der Ohrmuschel
bulletÜbler Geruch aus dem Ohr
bulletBlutungen

Ursachen:

bulletBakterien
bulletParasiten
bulletRäude
bulletFlechten
bulletAllergien, Futterallergie, Kontaktallergie, Reaktion auf Medikamente
bulletPemphigus
bulletTrauma, als Sekundärerkrankung auf Fremdkörper, Tumore, etc., Verletzung durch Chemikalien (Putzmittel z.B.)
bulletCrushing disease
bulletKrebs
bulletSolardermatitis
bulletSeborrhea

Es können viele Ursachen sein, daher wird der Tierarzt ein Hautgeschabe nehmen und eine Kultur ansetzen, eventuell ein Blutbild und eine Harnuntersuchung machen. Doch oft können das Blutbild und der Harn normal sein.

Behandlung:

Je nach Ursache kann die Behandlung unterschiedlich sein:

bulletAntibiotika, Antifungizide
bulletEntzündungshemmende Medikamente
bulletAntihistamine
bulletHormonersatztherapie
bulletMedikamente gegen Parasiten
bulletFutterumstellung, spezielle Diät

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Kongenitale Taubheit (angeborene Taubheit)

Symptome:

Die Taubheit tritt bei weißen Katzen sehr gehäuft in Verbindung mit blauen Augen auf. Aber auch odd-eyed Katzen können taub sein, nämlich auf der Seite, wo sich das blaue Auge befindet.
Die Katze kann schwerhörig oder taub sein, wobei die Taubheit auch nur auf einem Ohr auftreten kann.
Die Untersuchung von George Strain an 256 Katzen hat gezeigt, dass bei 12% der weißen Katzen die Taubheit unilateral auftritt, und bei 38% der weißen Katzen bilateral, also zusammen 50%: bei weißen Katzen ohne blaue Augen trat die Taubheit bei 17% der Katzen auf, bei weißen Katzen mit einem blauen Auge trat sie bei 40% auf und bei weißen Katzen mit zwei blauen Augen trat die Taubheit bei 85% der Katzen auf.

Ursachen:

Corti-Organ
Corti-Organ (Innenohr, in der Schnecke = Cochlea))

Am äußeren Rand des Schneckenganges (Scala media) befindet sich die Stria vascularis, die die Endolymphe produziert, die K+-Ionen enthält. Diese sind erforderlich, damit die Schallübertragung der Haarzellen funktionieren kann.
Bei der angeborenen, vererbten Taubheit ist diese Stria verkümmert, was den Verlust der Haarzellen zur Folge hat, und damit den Verlust der Fähigkeit zu hören. Untersuchungen des Gewebes der Stria haben gezeigt, dass die Melanozyten (Pigmentzellen) fehlen, deren Entwicklung bei weißen Katzen nach der Geburt unterdrückt wird. Das Hörvermögen entwickelt sich bis zur 3. Woche, danach beginnt bei der Taubheit der rapide Verlust der Haarzellen.

Behandlung:

Keine.
Getestet wird die Taubheit mit dem BAER-Test (brain stem auditory evoked response).

Betroffene Rassen:

Alle weißen Katzen aller Rassen, hauptsächlich mit blauen Augen oder odd-eyed.

Literatur:

Congenital Deafness and Its Recognition,  (Englisch) George M. Strain, Ph.D.  
Pigment Parade (Englisch) Lorraine Shelton  
Tufts' Canine & Feline Breeding and Genetics Conference 2003 (Englisch)    
Vererbung der Prädisposition für Taubheit und Augenfarbe bei weissen Katzen  (Deutsch) Caroline Geigy  
NCBI, PubMed Liste von Seiten, die sich mit Taubheit beschäftigen  

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© katzenzeitung 6/2007


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